Es ist die grösste Niederlage seiner steilen Karriere: das Nein vom 24. September zur Vorsorgereform, an der er sechs Jahre gearbeitet hatte. Innenminister Alain Berset (45) hatte alles gegeben, hatte bis zum Schluss gekämpft – und alles verloren. Die Wochen danach waren hart, die Stimmung in seinem Departement gedrückt. «Ich muss sagen, es hat wirklich wehgetan», räumte Berset gegenüber der «Zeit» ein. Jetzt beginnt das Rennen für den Läufer, der einst die 400 und 800 Meter in Rekordzeiten bewältigte, wieder von vorne: Vor Weihnachten hat er dem Bundesrat die Eckwerte für eine Neuauflage der Reform der Altersvorsorge präsentiert.
 

Berset drückt aufs Tempo, denn für Verschnaufpausen hat er keine Zeit – nicht 2018, nicht in seinem Präsidialjahr. Er, der sich gerne auf den roten Teppichen zeigt und den grossen Auftritt liebt, wird sich die Chance nicht nehmen lassen, die ihm das Bundespräsidium bietet: die Möglichkeit, stärker Einfluss zu nehmen auf das vertrackte Europadossier und generell aussenpolitisch mehr in Erscheinung zu treten. Gefordert ist er aber vor allem in seinem nicht unbedingt sehr glamourösen Kerngeschäft: Er muss einen Plan vorlegen, wie das Wachstum der Gesundheitskosten endlich nachhaltig gebremst werden kann.

Die Mitstreiter:

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Die Gegenspieler:

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