Die Solo-Show des bekannten Bildhauers Dieter Kränzlein in der Zürcher Galerie von Ute Barth vom 15. März bis 29. April 2015 zeigt Kunstwerke aus Marmor, Muschelkalkstein, Acrylharz und Steindrucke/Monotypien, auf Papier zu sehen – neu auch in strahlendem Rot, Grün und Blau. Schwarz und grau eingefärbte Muschelkalk- oder Marmorwerke hatten schon seit einiger Zeit die Natursteinoptik von Kränzleins Skulpturen unterbrochen, aber nun wird es so richtig bunt: Strahlend rot oder leuchtend grün sind die Exponate, die Kränzlein nach wie vor mit der Flex (einem Elektrowerkzeug) aus Muschelkalk oder Marmor mit der ihm eigenen Schnitttechnik fertigt.

Für den Steinbildhauer ist die Farbe eine ­weitere wichtige Entfremdungskomponente für seine Skulpturen. Der Stein ist ganz von der Farbe durchdrungen; die Schattierungen, unregelmässige Strukturen oder Silber­einschlüsse schimmern dennoch durch und lassen die Arbeiten bei aller Farbigkeit spannend und lebendig erscheinen.

Experimente mit Kunstharz

Seit einiger Zeit experimentiert Kränzlein, der mittler­weile nicht nur in Europa, sondern auch in Galerien in Australien und Hongkong vertreten ist, zudem mit Kunstharz. Dabei lässt er von seinen Steinskulpturen Negativformen herstellen, die dann mit Kunstharz ausgegossen werden. Die Transparenz des Kunstharzes lässt den Prozess, jeden Schnitt, jede Textur, die er mit der Flex in den Stein schneidet, noch ­sichtbarer werden.

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Wirkten die Steinskulpturen trotz ihrem ­Gewicht durch die spezielle Schnittart schon filigran, so sind die Kunstharzabgüsse ganz leicht und transparent und ­verblüffen mit einer völlig andersartigen Raumwirkung. Die kompakten Formen schimmern wie Eis und vermitteln jene Art von Transparenz, wie wir sie aus der Natur kennen.