Kunst hat Konjunktur. Auf dem globalen Kunstmarkt wurden im letzten Jahr 51 Milliarden Euro umgesetzt. Das geht aus dem Tefaf Art Market Report 2015 hervor. Die Kunstmarkt-Maschinerie läuft auf Hochtouren. Allein an den New Yorker Mai-Auktionen für Kunst der Moderne und Gegenwart wurden zwei Milliarden Dollar Umsatz erzielt.

Von den Preisen der Superlative, die zurzeit für einzelne Bilder und Skulpturen bezahlt werden, dürfte auch die Art Basel profitieren, die in diesem Jahr noch bis zum 21. Juni ihre 46. Ausgabe ausrichtet. Denn zumindest die Händler von etablierter ­Gegenwartskunst orientieren sich bei der Festlegung ihrer Preise umgehend an den aktuellen Auktionsergebnissen.

Weltweite Bedeutung

Die teilweise irrationalen Summen, die für einzelne Blue Chips scheinbar ungerührt bezahlt werden, gelten mittlerweile als logische Folge eines seit Jahren anhaltenden Trends, den man nicht (mehr) ernsthaft in Frage stellt. Der Kunstkauf ist längst zum inszenierten Event geworden – und für den bietet auch die Art Basel als weltweit bedeutendste Leistungsschau für moderne Kunst den idealen Rahmen.

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Zudem hat sie sich mit Standorten in ­Basel, Miami Beach und Hongkong an drei Orten strategisch clever dort positioniert, wo der Markt stattfindet.

Bewährtes Konzept

Das bewährte Messekonzept bleibt auch in diesem Jahr unangetastet. 284 Galerien aus 33 Ländern und fünf Kontinenten präsentieren Arbeiten von der klassischen Moderne des ­frühen 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwartskunst. Der Hauptsektor «Galleries» umfasst die weitaus meisten Aussteller, nämlich 223 Galerien, die für erlesene Qualität bei Malerei, Skulpturen, Zeichnungen, Installation, Fotografie, Videoarbeiten und Editionen stehen.

Europäische Galerien sind weiterhin stark vertreten, daneben ist jedoch wiederum eine grosse Auswahl an Galerien aus Amerika sowie aus dem asiatisch-pazifischen Raum präsent.

Ausstellungen und Events

Der Sektor «Feature» repräsentiert Galerien, die fokussierte kuratorische Projekte vorstellen, und zeigt sowohl historische wie auch zeitgenössische Arbeiten. Von den 30 Galerien aus zwölf Ländern stellen in diesem Jahr sechs neu an der Messe aus.

«Statements» mit seinen Solopräsentationen bietet Sammlern und Besuchern eine ideale Plattform, um neue Künstler und Galerien zu entdecken. Dieses Jahr sind 8 der 16 im Sektorn «Statements» ausstellenden Galerien zum ersten Mal vertreten. Der Baloise Art Prize geht auch in diesem Jahr an zwei Künstler, die in «Statements» ausstellen. Die Gewinner werden während der Messe bekannt gegeben.

Vorträge und Podiumsdiskussionen, die im umfangreichen «Conversations»- und «Salon»-Programm stattfinden, bieten den Besuchern Informationen zur internationalen Kunstwelt aus erster Hand. Bereits zum dritten Mal findet der «Parcours» statt, eine von Art Basel Galleries gezeigte Präsentation ortsspezifischer Skulpturen, Interventionen und Performances von etab­lierten internationalen Künstlern und jungen Talenten. Jedes Jahr berücksichtigt «Parcours» einen anderen Stadtteil in Basel – dieses Jahr steht das Quartier rund um den Münsterplatz im Vordergrund.

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Spektakuläre Formate

Seit seinem Debüt auf der Art Basel 2000 hat sich der «Unlimited»-Sektor zu einem wichtigen Element der Kunstmesse entwickelt, der mit seinen oft spektakulären Formaten ein regelrechter Publikumsmagnet ist. Art Unlimited bietet Galerien Gelegenheit, überdimensionale Skulpturen, Videoprojektionen, Installationen, Wandgemälde, Fotoserien und Performance-Kunstwerke zu präsentieren, die den Rahmen eines normalen Galerienstandes sprengen würden. In diesem Jahr werden 74 ambitionierte, grossformatige Projekte aus fünf Jahrzehnten Kunstgeschichte gezeigt.

Die beeindruckende Auswahl von Werken umfasst so ­renommierte internationale Künstler wie Ai Weiwei, Kenneth Anger, John M. Armleder, Ed Atkins, Kader Attia, Julius von Bismarck, Martin Boyce, Martin Creed, Olafur Eliasson, Dan Flavin, Gilbert & George, Shilpa Gupta, Robert Irwin, Jannis Kounellis, Bruce Nauman, David Shrigley, Gary Simmons, Sturtevant und Zhang Enli.

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Von Ai bis Zhang

Aufsehen erregen dürfte sicherlich die Installation «Stacked», 2012, von Ai Weiwei, die aus 760 symbolischen ­Forever Bicycles – die verbreitetste Fahrradmarke in China –besteht. Präsentiert wird das Werk von der Galleria Continua. Die Galerie Thaddaeus Ropac stellt Sturtevants «González-Torres Untitled (Blue Placebo)» von 2004 vor, eine Kopie des ausserordentlich ikonischen Konzeptkunstwerks des in Kuba geborenen amerikanischen Künstlers, der 1996 an Aids starb. Die Lisson Gallery präsentiert Pedro Reyes’ «Disarm (Mechanized) ll», 2014 – Teil eines gross angelegten internationalen Projekts, in dem konfiszierte Schusswaffen zur Herstellung von Musikinstrumenten umfunktioniert werden.

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