Er steuert das Motorboot unter der Quaibrücke durch auf den Zürichsee. In der Ferne glitzern die Alpen, Fahrtwind zerzaust sein sich lichtendes Haar. Wie ein König, der sein Reich durchquert, steht Michel Péclard hinter dem Steuerrad. «Mit der ‹Pumpi› hat alles angefangen», ruft er und deutet in Richtung Opernhaus. «Die Bratwürste haben mich aus jedem Schlamassel geholt.»

Direkt am Utoquai eröffnete Péclard 1998 das Restaurant Pumpstation. Damals ein Unort mit zugespraytem Häuschen, Spritzen lagen herum. Dass sich hier an Sonnentagen dereinst tout Zürich um einen Platz balgen wird, und das für eine Bratwurst unter freiem Himmel – undenkbar. «In der Branche haben mich viele belächelt.» Heute dürfte sich mancher Gastronom über die verpasste Chance ärgern. Mit der «Pumpstation» hat Péclard einen regelrechten Goldesel installiert. An guten Tagen macht er hier 25 000 bis 30 000 Franken Umsatz. Die Rendite liegt über 15 Prozent. Doch in seinem wachsenden Gastro-Reich mit aktuell 14 Betrieben ist das Restaurant Pumpstation nicht sein grösster Trumpf.

Nun, auf der Höhe des Zürichhorns, zieht Péclard das Lenkrad nach rechts, drückt den Gashebel nach unten, der Motor surrt, das Boot schiesst in Richtung «Fischer’s Fritz». Sein Lachen überzieht das ganze Gesicht. Michel Péclard ist einer jener Gastronomen, die mehr sind als Betreiber von Restaurants. Er gehört zu einer Handvoll Pionieren, die Zürich in den nuller Jahren cool gemacht und der Schnellverpflegung den Nimbus des Billigen und Ungesunden genommen haben. Aus den einstigen Piraten der Zürcher Szene sind gestandene Paten mit kleinen und grösseren Imperien an Imbissständen, Bars und Restaurants geworden.