Lange war Nathalie Wappler (50) ja eigentlich gar nicht weg. Und doch hat sich in dieser kurzen Zeit beim Deutschschweizer Radio und Fernsehen (SRF) viel verändert, vor allem im Nachgang zur «No Billag»-Initiative.

So muss die frisch gewählte SRF-Direktorin ihr Amt gleich mit einem Sparauftrag antreten und 47 Stellen abbauen. Aber auch in den Köpfen der Mitarbeiter hat die Abstimmungsschlacht um die Fernseh- und Radiogebühren ihre Spuren hinterlassen.

Starke Nerven notwendig

Wie dünn das Nervenkostüm mittlerweile ist, musste Wappler schnell erfahren. Ein paar selbstkritische Sätze in der «NZZ am Sonntag» genügten, und schon war die ganze Belegschaft derart in Aufruhr, dass die Chefs von Radio und TV, Lis Borner und Tristan Brenn, ihre Redaktionen mit einem Rundschreiben beruhigen mussten. Man werde weiterhin nicht nur abbilden, sondern auch einordnen. Und: Meinungsjournalismus sei bisher nicht erwünscht gewesen und werde es auch weiterhin nicht sein.

Wappler hingegen – nach Ingrid Deltenre die zweite Frau an der SRF-Spitze – wird starke Nerven brauchen. Denn sie müsse «ausmisten», wie es ein Leutschenbach-Kenner umschreibt. Und zwar «oben». Und schnell. Sonst sei sie bald wieder weg. Da wird sie die ihr nachgesagten «Fallbeil»-Qualitäten gut gebrauchen können.

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