Viele Schweizerinnen und Schweizer kaufen ihre Weihnachtsgeschenke online, wie eine Studie des Beratungsunternehmens Alix Partners zeigt. Zwar wird ein Grossteil der Geschenke immer noch im Laden erworben, aber viele Menschen kaufen zusätzlich bei Onlinehändlern ein. Nur knapp 18 Prozent der Schweizer haben noch nie auf elektronischem Weg ein Weihnachtsgeschenk gekauft. Geschenke, die heuer unter dem Weihnachtsbaum landen, werden also online und offline erstanden.

Die Bedeutung des Onlineshoppings nimmt auch dieses Jahr zu. Die Schweizer entpuppten sich dabei als Schnäppchenjäger, wenn es um Geschenke geht, so die Studie. Und sie suchen dabei gern bei asiatischen Händlern wie Alibaba. Mehr als ein Drittel der Konsumenten sucht Geschenke aus Fernost. Die Studie wurde im Oktober bei mehreren Hundert Schweizer Konsumenten in allen Regionen der Schweiz durchgeführt. 

Möglichkeit der Rückgabe

Der Vormarsch von Alibaba und Co. sei eine «Herausforderung für die heimischen E-Commerce-Händler», schreiben die Studienautoren von Alix Partners. Trotzdem bleiben die Schweizer auch «traditionellen Ladengeschäften treu» und wünschten sich eine persönliche Beratung und Service, sowie die Möglichkeit einer Rückgabe. Das sei vor allem bei Weihnachtsgeschenken wichtig. Der persönliche Kundenkontakt spielt aber nur bei gewissen Produktkategorien eine Rolle. 

Damit der stationäre Handel weiterhin punkten kann, müsse der Servicegedanke ganz oben stehen: «Die Profilierung mit Services wird immer stärker zum zentralen Erfolgsfaktor für den stationären Handel gegenüber der Online-Konkurrenz», sagt Beatrix Morath, Managing Director von Alix Partners. Entscheidend sei auch, Kunden auf möglichst vielen Kanälen anzusprechen. 

Die Präsenz im Web sei besonders wichtig, sagt Morath: Fast 90 Prozent der Schweizer würden vor dem Kauf eines Weihnachtsgeschenks im Netz über das Produkt recherchieren – bevor sie überhaupt einen Laden betreten oder auf einer Onlineshopping-Seite surfen. Dabei würden die Hälfte aller Online-Shopper asiatische Channels wie Alixepress oder Bang Good anvisieren, besagt die Studie. «Besonders jüngere Konsumenten und solche mit Kindern kaufen gerne bei asiatischen Händlern ein», sagt Morath

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Die preisgetriebene Konkurrenz aus dem Ausland nehme weiterhin zu. «Diese Wettbewerber sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Schweizer Händler müssen die Online-Konkurrenz aus Asien genau beobachten und Massnahmen beim Pricing und dem Angebot prüfen», sagt Morath

Schweizer sind beim Geschenkekaufen vorsichtiger

Dabei planen die meisten Schweizer (in der Umfrage: 83 Prozent) gleich viel oder sogar etwas weniger Geld für Geschenke auszugeben als 2018. Diese Entwicklung zeigt sich allerdings in allen Industrieländern. Der Grund für die Zurückhaltung ist die Angst vor einer negativen Entwicklung der Wirtschaft. 

Für den Detailhandel sind 2019 deshalb keine Umsatzsprünge zu erwarten. Alix Partners geht davon aus, dass die Verkaufserlöse im November und Dezember höchstens um 1,3 Prozent ansteigen. Es ist aber auch möglich, dass sie stagnieren. Mehr fürs Essen und Trinken wollen die unter 35-Jährigen ausgeben. So könnten die Millennials und die Generation Z das Weihnachtsgeschäft retten. 

Übrigens auch spannend für Händler: Laut Alix Partners haben sich die Schweizer eine Deadline für ihre Weihnachtseinkäufe gesetzt. Bis 15. Dezember sollen alle Geschenke bereit sein.

(tdr)