Der Schweizer Tourismus blickt auf einen erfolgreichen Sommer zurück. Dank schönem Wetter zählten die Hotels in den Sommermonaten Juni bis August insgesamt rund 12 Millionen Übernachtungen. Das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wie die am Donnerstag veröffentlichten provisorischen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen, stieg auch im August die Zahl der Hotelübernachtungen an. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sie sich um 3,9 Prozent auf rund 4,3 Millionen.

Damit verbucht die Schweizer Hotellerie seit Jahresbeginn 26,2 Millionen Logiernächte. Das entspricht gegenüber der Vorjahresperiode einer Zunahme von 4,5 Prozent. Rückläufig war die Zahl der Hotelübernachtungen einzig im Februar und März.

Es geht aufwärts

Der Tourismus in der Schweiz habe die Talsohle erreicht, sagte kürzlich Schweiz Tourismus-Direktor Jürg Schmid gegenüber der «Südostschweiz» und sprach von einer klaren Trendwende. Allerdings bleibe die wirtschaftliche und politische Lage herausfordernd und der Markt in Deutschland habe noch nicht voll gedreht, relativierte er.

Zu den häufigsten Besuchern von Schweizer Hotels gehören nach wie vor Gäste aus Deutschland (23 Prozent), den USA (12 Prozent) und Grossbritannien (10 Prozent).

Anstieg an amerikanischen Besuchern

Dabei hätte die Hotellerie in diesem Jahr vor allem von einer Zunahme an amerikanischen Gästen profitiert, sagte Schweiz Tourismus-Sprecher André Aschwanden gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Deren Übernachtungszahlen stiegen von Januar bis August gegenüber der Vorjahresperiode um mehr als 11 Prozent.

Erfreulich sei aber auch die Entwicklung bei den Gästen aus Deutschland. Unter anderem dank der Abschwächung des Frankens habe sich die rückläufige Tendenz stabilisiert. So konnten die Hotels gegenüber der Vorjahresperiode eine leichte Zunahme von deutschen Gästen von 0,1 Prozent verbuchen.

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Von einer klaren Trendwende könne man zudem bei den Gästen aus den Benelux-Staaten sprechen, sagte Aschwanden. Von Januar bis August legte die Zahl der Hotelbuchungen von dieser Gästegruppe um 8,8 Prozent zu.

Längst nicht mehr nur Chinesen

Aus dem asiatischen Raum besuchen die Schweiz längst nicht mehr nur Gäste aus China. Besonders auffällig sei die starke Zunahme von Gästen aus Südkorea. Deren Übernachtungszahlen kletterten seit Jahresbeginn um mehr als 30 Prozent. Südkorea belegt derzeit Platz 10 der wichtigsten ausländischen Hotelgäste. Damit haben sie sogar Spanien überholt.

Aber auch Besucher aus Indien (+24 Prozent) und Japan (+12 Prozent) reisten in diesem Jahr vermehrt in die Schweiz. Überraschend sei die Zunahme an Hotelübernachtungen zudem bei Gästen aus aus den relativ kleinen Herkunftsmärkten Brasilien (+24 Prozent) und Russland (+9,2 Prozent). Weil sich der russische Rubel stabilisiert hat, kletterten die Hotelübernachtungen hier besonders in den letzten Monaten in die Höhe.

Schweiz Tourismus blickt angesichts dieser Zahlen optimistisch auf die kommenden Monate. Zudem dürfte der schwächere Franken gegenüber dem Euro helfen, die preissensiblen Gästen in Europa anzusprechen, so Aschwanden.

(sda/vvo)