Der ehemalige deutsche Aussenminister Guido Westerwelle ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende und Vizekanzler starb am Freitag im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Dies teilte die Westerwelle Foundation in Berlin mit. Wörtlich heisst es dort: «Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt.»

Westerwelle führte bis zum Jahr 2011 zehn Jahre lang die FDP. Von 2009 bis Ende 2013 war er Aussenminister der schwarz-gelben Bundesregierung. Im Juni 2014 war bei Westerwelle eine akute Leukämie festgestellt worden. Dabei handelt es sich um eine besonders gefährliche Form des Blutkrebses. Einige Wochen zuvor hatte er mit «Bilanz»-Chefredaktor Dirk Schütz noch im Business-Talk diskutiert. Es war das letzte grosse Interview vor dem Ausbruch der Krankheit.

Verantwortungsvoller Umgang mit der Abstimmung

Zeit seines politischen Lebens galt der Liberale als ein Sympathisant der Schweiz und Verteidiger des politischen Systems in Deutschland (den Ankauf von Steuer-CDs hat Westerwelle im früheren «Bilanz»-Interview als «unappetitlich und fragwürdig» bezeichnet). Er dürfe für sich in Anspruch nehmen, «ein Freund der Schweiz» zu sein, betonte er im Bilanz-Businesstalk. Der Entscheid der Schweizerinnen und Schweizer bei der Zuwanderungsinitiative sei zu respektieren und spiegle den Willen des Volkes, sagte er im Frühjahr 2014. Gleichzeitig mahnte er zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Votum.

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Sehen Sie hier den ganzen BILANZ-Business-Talk mit Guido Westerwelle mit dem Titel «Europa: Wie weiter mit der Zuwanderung?» vom 09.03.2014:

(moh)