Der Bund will sich nicht an den Kosten beteiligen, die dem Kunstmuseum Bern entstehen könnten, sollte es das Erbe antreten und die rund 1500 Bilder umfassende Sammlung des im Mai verstorbenen Cornelius Gurlitt antreten. Eine Antwort, die der Berner Stadtpräsident und Nationalrat Alexander Tschäppät nicht akzeptieren will.

«Wir müssen die Vergangenheit in unseren Museen aufarbeiten. Und daran muss sich auch der Bund beteiligen, er muss den Prozess sogar anstossen.» Tschäppät fordert deshalb jetzt in einer Motion den Bundesrat – und vor allem seinen SP-Parteikollegen, Kulturminister Alain Berset – auf, die gesetzlichen Grundlagen für eine fundierte Herkunftsforschung zu schaffen. Und natürlich die dafür benötigten finanziellen Mittel bereitzustellen.

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Vergangenheitsbewältigung mit Ausstellungen

«Dafür braucht es pro Jahr ein paar Millionen», sagt Tschäppät und verweist auf Deutschland, wo Kulturstaatsministerin Monika Grütters soeben den Etat für Provenienzforschung von zwei auf vier Millionen Euro verdoppelt hat. Das Kunstmuseum Bern könne sich als Vorzeigeinstitut für Provenienzforschung etablieren, hofft Tschäppät. «Im Zentrum steht nicht nur die Sammlung, die letztlich bleibt, sondern auch der Prozess der Vergangenheitsbewältigung, den man mit Ausstellungen begleiten kann.»

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