Nach nur einem Jahr legt Karl-Theodor zu Guttenberg sein VR-Mandat bei Mountain Partners nieder. Erst letzten Juni war der deutsche Ex-Minister in den Verwaltungsrat der Schweizer Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Wädenswil ZH gewählt worden. Zu Guttenberg bestätigt auf Anfrage entsprechende «Bilanz»-Recherchen: «Ich weite die Geschäftstätigkeiten meiner eigenen Firma Spitzberg Partners aus», sagt er. «Das könnte zu Interessenskonflikten führen mit den Aktivitäten von Mountain Partners oder deren Portfoliounternehmen.»

In solchen Konfliktfällen einfach in den Ausstand treten wolle er nicht: «Dann müsste ich ja zwei Drittel der Verwaltungsratssitzung auf der Toilette verbringen.»

Wahlkampfauftritte im September

Von Enttäuschung ob des Schrittes will Cornelius Boersch, Gründer und Executive Chairman der Beteiligungsgesellschaft nicht reden: «Das eine ist das formelle, das andere ist das persönliche: Wir werden weiterhin freundschaftlich und bei bestimmten Projekten auch geschäftlich verbunden sein.»

Auch finanziell ist Guttenberg bei Mountain Partners beteiligt, «als Ausdruck dessen, dass es sich nicht einfach um einen weiteren Titel in meiner Sammlung handelt, sondern dass ich einen Beitrag leisten will zum Erfolg des Unternehmens», wie er damals sagte. Ob die Beteiligung bestehen bleibt, wollte zu Guttenberg nicht kommentieren.

Ein erster Schritt zur Rückkehr in die Politik sei die Entscheidung aber nicht: «Sonst müsste ich mich ja konsequenterweise aus allen unternehmerischen Aktivitäten zurückziehen.» Er werde jedoch kurz vor der Bundestagswahl im September einige Wahlkampfauftritte absolvieren.