Als die Hamilton Watch Company am 3. Januar 1957 ihr Modell Ventura auf den Markt brachte, stand die Uhrenwelt Kopf. Denn als weltweit erste batteriebetriebene Uhr setzte die Ventura neue Massstäbe im Uhrenhandwerk, die auch bei vielen damaligen Stars und Prominenten Anklang fand. Zu ihren bekanntesten Anhängern zählte zweifelsohne Elvis Presley. Heute ist die Ventura sowohl unten Sammlern als auch bei Nicht-Sammlern als «die Elvis-Uhr» bekannt. 1988 brachte Hamilton die Ventura in einer Neuauflage wieder auf den Markt, die bis heute hergestellt wird.

Mit dem Entwurf des Designs hatte Hamilton damals den Industriedesigner Richard Arbib beauftragt. Als einer der Besten seines Metiers in den USA designte Arbib Automodelle für General Motors, Boote für Century, Staubsauger für Eureka und nahezu alle erdenklichen Arten von Konsumgütern.

Arbib fertigte Hunderte Entwürfe an, von denen viele für spätere Modelle verwendet wurden. Doch ein Entwurf von Mai 1956, den der Designer Ventura genannt hatte, fiel ins Auge. Die Form war die Quintessenz der modernen 1950er Jahre.

Über Nacht zur Sensation

Über Nacht wurde die Ventura zur Sensation. Trotz ihres für die damalige Zeit hohen Preises, der heute umgerechnet zwischen 200  bis über 2.000 Dollar läge, überstieg die Nachfrage bei weitem das Angebot. 

Der Stil der Ventura war bei den damaligen Stars und Prominenten beliebt, darunter der Autor und Produzent Rod Serling. Seine Uhr mit silbernem Zifferblatt ist in der Eröffnungssequenz vieler Episoden von «The Twilight Zone» zu sehen.

Die Elvis-Uhr

Der zweifellos bekannteste Fan der Ventura aber war Elvis Presley. Er wird eng mit dieser Uhr in Verbindung gebracht, dass die Ventura seit Jahrzehnten sowohl von Sammlern als auch von Nicht-Sammlern nur als «die Elvis-Uhr» bezeichnet wird. Im Film «Blue Hawaii», der 1961 in die Kinos kam, ist die Ventura an Elvis' Handgelenk nicht zu übersehen. In einer Szene wird sie sogar in leindwandfüllender Nahaufnahme gezeigt.

Die Ventura begleitete Elvis auch durch seine Militärzeit in Deutschland. Ein sehr bekanntes Foto zeigt ihn in Uniform, die Ventura stolz am linken Handgelenk. Während die meisten Soldaten Militäruhren im Khaki-Stil trugen, verkörperte Elvis das moderne Weltraumzeitalter.

Elvis war so von der Ventura angetan, dass er sie in den frühen 1960er Jahren an engere Freunde verschenkte.

Bis zum Tod

Heiligabend 1965 erstand Elvis in einem Juweliergeschäft in Memphis noch einige letzte Weihnachtsgeschenke und bedachte sich bei dieser Gelegenheit selbst mit einer Ventura in Weissgold mit schwarzem Zifferblatt. Diese Uhr behielt er bis zu seinem Tod.

1999 wurde sie gemeinsam mit vielen anderen Erinnerungsstücken in Graceland versteigert. Heute ist die Uhr mit der Originalrechnung des Händlers in der Museumssammlung der Hamilton Watch Company zu sehen. Dies ist die einzige Ventura, von der dokumentiert ist, dass sie Elvis gehörte und von ihm getragen wurde. 

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Die Neuauflage

Sieben Jahre lang wurde die Ventura bis zu ihrer Einstellung hergestellt. Doch die Nachfrage hielt ungebrochen stark an und so wurde sie innerhalb eines Jahrzehnts zu einem begehrten Sammlerstück. 1988 brachte Hamilton die Ventura in einer Neuauflage wieder auf den Markt, die bis heute hergestellt wird.

Ganz im Sinne von Richard Arbib nutzen die Hamilton-Designer des 21. Jahrhunderts die Ventura als Ausgangsbasis für neue Variationen dieses Modells, zusätzlich zur originalgetreuen Nachbildung des ursprünglichen Designs. Es ist zeitlos und heute noch genau so modern wie vor 58 Jahren.

(ccr)