Der Herbst steht im Zei­chen des Designs. Nach dem 14. Designer’s Saturday in Langenthal und der dritten Designgut in Winterthur findet in Zürich der sechste Salon für Vintage-Möbel von Design+Design statt. Im Juni feierte er bereits parallel zur Art Basel er­folgreich seine Basler Premiere. Im Herbst ist er nun wieder im gros­sen Vortragssaal des Zürcher Kunsthauses zu Gast. 22 Galeristen und Vintage-Spezialisten aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und Holland präsentieren Design-Klassiker aus den 1920er- bis 1980er-Jahren: Möbel, Leuchten, Wohn­accessoires, Textilien, Elektrogeräte und Keramik geben einen ­Einblick in diese äusserst vielfältige Design-­Epoche. Der Anlass ist bereits eine feste Grösse im Bereich der Design-Klassiker und will einem breiten Publikum ­gutes Design sowie das ­dahinterstehende Know-how vermitteln. Das Angebot reicht von raren Designerstücken bis hin zu preiswerten Objekten.

Mit der Sonderausstellung «Klappen, Stapeln und Verstellen» ist ­De­sign+Design zudem im Architekturforum an der Brauerstrasse 16 in ­Zürich zu Gast. Als Parallelveranstaltung ist die Schau dem kollektiven Phänomen der 1930er-Jahre in der Schweiz gewidmet: Dem Entwickeln von raumsparenden und variabel nutzbaren Möbeln. Im Fokus stehen die Möbel des Schweizer Architekten und Designers Werner Max Moser. Als Reaktion auf die immer knapper werdenden Wohnungsgrundrisse wurden neue Ansätze gesucht. Leichtes Gewicht, einfaches Zerlegen und Zusammenklappen waren gefragt. Durch neue Techniken und zusammen mit der Industrie entwickelte man erste serientaugliche Möbel. Zu sehen sind Typenmöbel aus der Produktion von Embru.

In den Olymp der Design-Meisterstücke von 1900 bis in die Neuzeit führt die Spezialauktion im Wiener Dorotheum am 27. November. Eines der Top-Lose ist Zaha Hadids «Z.Chair» von 2011 für Sawaya & Moroni. Möbel und Kunstobjekt zugleich, ­besticht der Stuhl aus Chromstahl durch den Kontrast gebogener Ecken und sanfter Kurven. Der Schätzpreis liegt bei 190000 bis 230000 Euro. Ein weiteres Top-Los ist ein 2,7 Meter ­hoher Lichtkörper als Konzeptkunst. Der «eL Masterpiece Chandelier» von Daniel Libeskind, 2011 in Zusammenarbeit mit Zumtobel und Sawaya & Moroni entstanden, ist auf 340000 bis 450000 Euro geschätzt. ­Libeskinds Sohn Noam, ein Astrophysiker, entwickelte einen Algorithmus, mit dessen Hilfe sich die 1680 LED-Module innerhalb von 14 Sekun­den in einem Loop entzünden. Der Lichtkörper soll das Universum symbolisieren, jede Sekunde steht dabei für eine Milliarde Jahre.

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Aus der Zusammenarbeit von zwei der wohl bedeutendsten Prot­agonisten der italienischen Design-Geschichte des 20. Jahrhunderts, Gio Ponti und Piero Fornasetti, entstand ein Schrank mit gewölbtem Glas mit Hinterglasmalerei in Silber und Blattgold, der jetzt auf 95000 bis 130000 Euro geschätzt ist. Neben weiteren Klassikern von Le Corbusier, Diego Giacometti und Luigi Colani, markanten Beispielen von skandinavischem Design sowie Droog Design werden auch viele Künstlermöbel für wenig Geld angeboten. Cool auch das Mobiliar des von Ivan Matusik durchdesignten Hotels Kyjev in Bratislava, die Sixties-Sitzmöbel der Diskothek Grifoncino in Bozen oder acht Möbel aus dem Jefferey West Store Amsterdam von Mark Brazier-Jones.

 

Design+Design, Salon für Vintage-Möbel, Kunsthaus Zürich, 24. und 25.11.2012; «Klappen, Stapeln, Verstellen» im Architekturforum Zürich, Brauerstr. 16, 16. bis 30.11.2012; Design-Auktion, Dorotheum Wien, 27.11.2012.