• Motor: 5-Liter-V8-Motor
  • Leistung: 550 PS / 680 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
  • Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h in 4,4 Sekunden
  • Verbrauch: 12,3 Liter (Werksangabe)
  • Richtpreis: 178  000 Franken

Dort brabbelte auch ein V8 unter der langen Haube, und der offene Vierplätzer war sogar exklusiver als die meisten Jaguar-Modelle – denn er wurde nur in homöopathischen Dosen verkauft. Zumindest in der Schweiz.

Aber bei unserem alljährlichen Ausflug an die Côte d’Azur schaffte ich es für ein Wochenende ans Steuer eines Jaguars. Nein, nicht eines E-Type. Aber immerhin eines XJ-S, racing green, mit zwölf Zylindern und 287 PS. Heute fahren VW Golf mit fast so vielen PS herum, doch damals war das richtig fett. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn weil ich dem Zwölfzylinder mittels der Dreigangautomatik ordentlich die Sporen gab, musste ich auf dem Weg an die Sonne gleich ein paar Boxenstopps einlegen – Reifen wurden zwar nicht gewechselt, aber nachgetankt. Und wie: Rund 25 Liter gingen auf 100 Kilometer in Schall und Rauch auf.

Doch das war damals egal: Wir husteten wegen der Pollen und nicht wegen des Feinstaubs. Und am Steuer dieses Supersportlers – der XJ-S war schneller als der 911er – drehte ich meine Runden eigentlich nicht an der Côte d’Azur, sondern auf einer Erdumlaufbahn. Wie einst Major Tom brauste ich «völlig losgelöst von der Erde» dem Mittelmeer entlang. Ich fühlte mich wie ein Star!

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Heute ist alles anders: Südfrankreich langweilt mich, der Stag ist längst verschrottet, Major Tom verglüht. Und Jaguar? Die Briten rollen den neusten Renner an den Start: den XKR-S – den «schnellsten Serien-Jaguar aller Zeiten». Zwar arbeitet unter der immens langen Haube nur noch ein V8-Motor, doch dank Kompressor stellt dieser 550 PS parat. Ausreichend, um das Gefährt in 4,4 Sekunden auf Tempo 100 zu jagen. Das tönt gewaltig, läuft aber kultiviert ab. Es ist ja auch ein Brite.

Doch sonst verzichtet Jaguar beim XKR-S auf Understatement. Die elektronische Beschränkung auf Tempo 250 wurde aufgehoben, und der Jag rennt mit 300 in die Champions League der Sportler. Aber nicht in der grünen Tarnfarbe von einst, sondern himmel- bis hellblau. Das braucht Mut. Denn in Zeiten der CO2-Hysterie werden alle Sportwagen von Velofahrern und Klimaschützern kritisch beäugt. Und einer, der so aussieht und tönt, ohnehin.

Fazit: Schluss mit lustig – der Jaguar XKR-S ist ein modischer und luxuriöser Supersportler. Das passt zum neuen Markenbotschafter Murat Yakin. Der FCL-Trainer hat sich den XKR-S gekrallt. Und er ist ein Shooting Star.