Klosters GR will härter gegen Wohnungsschummler vorgehen. Viele Unterländer nutzen Erstwohnungen als Feriendomizile. Dadurch wird der günstige Wohnraum der einheimischen Bevölkerung entzogen. Aktuell muss eine Familie für eine Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnung rund 5690 Franken Miete stemmen, wie die «Südostschweiz» schreibt. Ein stolzer Preis!
Der Gemeindevorstand will nun systematisch vorgehen. Einerseits sollen stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden. Überprüft werden Wohnungen, die seit über sechs Monaten als leerstehend gemeldet sind. Andererseits will die Gemeinde stärker mit der Bevölkerung zusammenarbeiten. Verdachtsmeldungen von Bewohnern sollen konsequenter verfolgt werden.
Laut den Behörden nutzen die Trickser unterschiedliche Umgehungstaktiken. Häufig melden sie sich im Dorf an, ohne ihren Lebensmittelpunkt in der Gemeinde zu haben. Andere haben ihre Firmensitze in der Gemeinde. Anstatt vor Ort zu arbeiten, verbringen sie dann aber ihre freien Tage im Bergdomizil. Kontrollen in Mehrfamilienhäusern hätten gezeigt, dass teilweise bis zu 40 Prozent der Erstwohnungen Unregelmässigkeiten aufweisen.
Harte Strafen für Betrüger
Kommt die Gemeinde den Schwindlern auf die Schliche, will sie hart durchgreifen. Klosters kündigt an, widerrechtlich genutzte Wohnungen zu versiegeln oder zwangszuvermieten. Zudem erstattet die Gemeinde Strafanzeige. Eine illegale Nutzung kann mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder hohen Geldstrafen geahndet werden.
Mit diesem Vorgehen folgt Klosters der Nachbargemeinde Davos GR. Diese kündigte bereits im letzten Sommer an, die Kontrollen wegen der Wohnmisere zu intensivieren. Die Gemeinde sprach davon, «jede Wohnung einzeln» überprüfen zu wollen. Jede illegal genutzte Wohnung sei grundsätzlich eine zu viel, hiess es.
Die Davoser Hochbauamtsvorsteherin Valérie Favre Accola (52) legte kürzlich gegenüber der «Südostschweiz» offen, dass sich durch die Kontrollen 15 Fälle erhärtet hätten. Die Gemeinde habe gegen die Betroffenen Strafanzeige bei der Bündner Staatsanwaltschaft eingereicht.
Dieser Artikel erschien zuerst bei Blick.
