Viele Angestellte von Google und der Konzernmutter Alphabet arbeiten seit Beginn der Pandemie grösstenteils von zu Hause aus. Jetzt, wo das Virus nicht mehr so stark wütet, möchte der Tech-Konzern die Angestellten wieder zahlreicher zurück ins Büro locken. Tausende von «Googlers» in Kalifornien haben seit dieser Woche einen grossen Anreiz, wieder häufiger ins Headquarter zu pendeln: Ihr Arbeitgeber hat in Mountain View einen riesigen Campus namens «Bay View» eröffnet. 

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Der futuristische Bürokomplex ist fast so gross wie 24 Fussballfelder, bietet 4000 Angestellten Platz und ist direkt neben der Bucht von San Francisco situiert. Die beiden Bürogebäude auf dem mit viel Natur begrünten Gelände sind flache, zeltartige Bauten. Der Clou sind ihre Dächer: Sie gleichen der schuppigen Haut eines Reptils, die Schuppen bestehen aus Zehntausenden silbernen Solarpanels: «Dragonscale» nennt Google dieses Design. Dank diesen Sonnenstromanlagen sowie zusätzlichen Windrädern soll der Campus zu 90 Prozent CO2-frei geheizt und gekühlt werden.

Google BayView

Das Innere: Bei der Gestaltung hat Google die Prinzipien von New Work beachtet.

Quelle: Iwan Baan

Im Innern der gigantischen Solar-Zelte hat Google die Prinzipien von New Work – wie Arbeiten in Zeiten von Homeoffice vonstattengehen sollte – durchgehend umgesetzt. Die Angestellten arbeiten in lauschigen Innenhöfen, flanieren über Rampen, konferieren in Nischen, parlieren in Sitzungs- und Besprechungsräumen. Google verspricht eine nachhaltige und ökologische Gebäudegestaltung, so zirkuliert beispielsweise nur Aussenluft in den Räumlichkeiten.

GoogleImmobilie

Das Gebäude bei Nacht: Der Strom kommt grösstenteils vom Dach.

Quelle: Iwan Baan

Der Campus verfügt über eine Eventhalle mit 1000 Plätzen sowie 240 Hotelbetten für die Angestellten. Es ist das zweite Headquarter im Silicon Valley: Der eigentliche Hauptsitz ist der unweit gelegene Googleplex.

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Das Dach ist aus unzähligen Solarpanels zusammengesetzt.

Quelle: Iwan Baan

Ein Trend: Erfolgreiche Konzerne bauen Büropaläste

Google ist nicht der einzige Tech-Konzern, der spektakuläre Gebäude für seine Angestellten baut: Auch Apple, Facebook oder Amazon haben in den letzten Jahren futuristisch gestaltete Standorte eröffnet. In der Schweiz nimmt der Trend ebenfalls Fahrt auf: So erstellen die Online-Bank Swissquote und die Beteiligungsgesellschaft Partners Group derzeit grosse neue Sitze. Google mietet sich in Zürich – dem wichtigsten Entwicklungsstandort ausserhalb der USA – in immer mehr repräsentative, zentrale Gebäude ein. Und in Basel investieren die Pharmakonzerne Roche und Novartis Unsummen in spektakuläre Architektur – federführend sind meistens die Basler Architekten Herzog & De Meuron.

Video: So präsentiert Google den Campus.