CVC Capital Partners hat eine Menge Geld: Als eine der grössten Private-Equity-Gruppen verwaltet es Vermögen von umgerechnet 82 Milliarden Franken. Viel Geld, das ist die beste Eintrittskarte, um in der Welt des Fussballs entscheidende Hebel umzulegen.

Und so kommt es, dass CVC – auch Besitzerin von Uhrenhersteller Breitling – derzeit an mehreren Gesprächen über die Zukunft des internationalen Fussballs beteiligt ist, wie die «Financial Times» berichtet.

Zum einen spricht CVC offenbar mit dem internationalen Fussball-Dachverband Fifa. Es geht um die kommerziellen Rechte am Club World Cup, der Weltmeisterschaft der Fussballvereine. Startberechtigt sind die Gewinner der Champions League und ihre Pendants von den anderen Kontinenten.

Deal der Fifa mit Softbank geplatzt

Im Oktober hatte die Fifa verkündet, dass der Club World Cup mit acht Mannschaften durch ein Turnier mit 24 Mannschaften ersetzt werde. Das erste der neuen Turniere wird China Mitte 2021 ausrichten. CVC ist demnach als Finanzier für das Turnier im Gespräch: Das Unternehmen würde beispielsweise für Fernsehrechte zahlen und diese an TV-Sender meistbietend weiterverkaufen.

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Offiziell bestätigt die Fifa die Gespräche allerdings nicht. Die Organisation teilt lediglich mit, dass sie «sich mit Fussballvereinen aus der ganzen Welt getroffen habe, um darüber zu diskutieren, wie die neue Klub-Weltmeisterschaft, insbesondere aus sportlicher Sicht, zu einem herausragenden Erfolg werden kann». CVC lehnte eine Stellungnahme ebenfalls ab.

Die Fifa sucht unter anderem auch deshalb neue Partner, weil ein internationales Konsortium aus der japanischen Softbank und der Londoner Firma Centricus einen Deal abgeblasen hat, der umgerechnet 25 Milliarden Franken für das Clubturnier garantiert hätte. Laut mit der Sache vertrauten Personen sollen die kommerziellen Rechte am Klubturnier kommende Woche ausgeschrieben werden.

Plan für ein neues internationales Fussballturnier

Das ist aber nicht das einzige Eisen, dass CVC laut Insidern im Feuer hat. Sie ist offenbar noch an weiteren brisanten Gesprächen beteiligt: Laut «Financial Times» sucht derzeit Real Madrid den Austausch mit mehreren gewichtigen Geldgebern, um eine Konkurrenzveranstaltung zum Fifa Club World Cup ins Leben zu rufen. Demnach hat Florentino Pérez, Präsident von Real Madrid, kürzlich mit Führungskräften von CVC über einen solchen parallelen Wettbewerb gesprochen.

PARIS, FRANCE - SEPTEMBER 17: Real Madrid President Florentino Perez looks on during a Real Madrid training session prior to the UEFA Champions League group A match against Real Madrid at Parc des Princes on September 17, 2019 in Paris, France. (Photo by Aurelien Meunier/Getty Images)

Florentino Pérez: Welche Pläne hat der Präsident von Real Madrid?

Quelle: Getty Images

Pérez wurde kürzlich als Präsident des Weltverbandes der Fussballvereine (WFCA) gewählt – ein neu geschaffenes Gremium. Offiziell soll der WFCA die Fifa bei der Organisation des Klub-Weltmeisterschaft unterstützen. Möglich wäre aber laut mit der Sache vertrauten Personen aber auch, dass der Verband eine Konkurrenzveranstaltung anstrebt. Die Gründungsclus des WFCA sind: Real Madrid, AC Milano, Auckland City (New Zealand), Boca Juniors und River Plate (beide Argentinien), America (Mexiko), Guangzhou (China) and Mazembe (Kongo). Real Madrid nahm auf Nachfrage der «Financial Times» nicht Stellung.

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Millioneninvestments in Formel 1 und Rugby

Die Entwicklungen zeigen auf jeden Fall eines: Wie führende Investoren zunehmend Geschäfte im beliebtesten Sport der Welt tätigen. Erst vergangene Woche schloss die US-Beteiligungsgesellschaft Silver Lake einen Deal über umgerechnet 500 Millionen Franken, um rund 10 Prozent an der City Football Group zu erwerben – der Muttergesellschaft von Manchester City und weiteren Clubs auf der ganzen Welt.

Auch CVC blickt auf eine lange Geschichte im Sportfranchise zurück, einschliesslich der Formel 1 und Moto GP zurück. Zuletzt schloss sie Deals in der Rugby Union ab, dem drittgrössten Sportturnier der Welt, und zahlte 2018 umgerechnet knapp 300 Millionen Franken für eine Beteiligung in der English Premiership, der höchsten Rugby-Spielklasse für Männer.  

(me)

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