Das Negative vorab: Die Welt bietet mehr fantastische Plätze, als wir jemals werden ­besuchen können. Unser Leben ist dazu schlicht zu kurz, leider. Die gute Nachricht: Es gibt so viele atemberaubende Orte auf unserem Planeten, dass wir uns diejenigen aussuchen können, die wir ­erleben möchten. Zum Glück gibt es die ultimative Traumreise nicht, sonst würden die Wunder dieser Erde von noch mehr Menschen überrannt als ohnehin schon. «Das Paradies ist etwas sehr Persönliches», sagte der Schriftsteller Somerset Maugham. Jeder träumt seinen eigenen Traum.

Für Sonnenanbeter, die das gesunde Leben mit Taucherlebnissen verbinden wol­len, gibt es keinen besseren Ort als die maledivische Hotelinsel Four Seasons Resort Maldives at Landaa Giraavaru.

Im hauseigenen Ayurveda-Retreat kann man zu neuer Energie und Balance finden. «Vorbeugende Wellness» heisst hier die Zauberformel. Darunter versteht Spa-Leiter Dr. Kannan strukturierte Programme zu Entgiftung, Bewegung, Ernährung und Entschleunigung, die nicht nur kurzfristig Körper und Seele regenerieren, sondern Erfahrungen und Werte weit über den Zeitraum des Aufenthalts hinaus vermitteln. «Es geht heute darum», sagt Dr. Kannan, «den Gast nicht von Behandlung zu Behandlung zu hetzen, sondern ihm etwas auf den Weg mitzugeben, damit er in der Lage ist, dem täglichen Stress gelassener zu begegnen.» Die ayurvedischen Therapien mögen den zivilisationsgebeutelten Erholungswilligen zunächst einmal ganz schön fordern, doch nach ein paar Tagen fühlt man sich wie neugeboren.

Die meisten Gäste kommen für ein bis zwei Wochen auf die Insel, geniessen im Rahmen des Ayurveda-Programms täglich bis zu drei massgeschneiderte Körperbehandlungen und ergänzen die ­Anwendungen durch Yoga-Lektionen, Personal Training oder auch Schnorcheln und Windsurfen. Jeder kann sich die Aktivitäten aussuchen, die ihm behagen. Und wenn man einfach lieber nur im riesigen Pool schwimmen, auf der privaten Terrasse seiner Beach-Villa dösen oder zum Dinner eine gute Flasche Wein trinken möchte, ist das auch okay.

Der zweite Schwerpunkt im Tropen­resort ist das Tauchen. Wer es noch nicht kann: Auf angenehmere, schnellere und individuellere Art kann man kaum tauchen lernen. In Zusammenarbeit mit dem Tauchsportverband PADI bietet das Hotel seinen Gästen die Möglichkeit, ­innerhalb von nur zwei Praxistagen ein weltweit anerkanntes Tauchbrevet zu ­erlangen. Voraussetzung dafür ist, dass man den Theorieteil des «PADI Open Water Diver»-Kurses online zu Hause ­absolviert – was an einem Wochenende zu schaffen ist.

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Wenn Walhaie um Meter wachsen

Auf Landaa Giraavaru findet das erste Unterwassererlebnis nicht wie andernorts im Schwimmbad statt, sondern (nach ein paar Notfallübungen) gleich im Indischen Ozean, inmitten von Korallen und bunten Fischen. Auch als alleiniger Lehrling – wenn etwa der Reisepartner nicht abtauchen mag – ist man bestens aufgehoben in den kleinen Gruppen unter Aufsicht des österreichischen Tauchprofis Andreas Auer. Am Ende des Grundkurses, der 880 Franken kostet und Jugendlichen ab zwölf Jahren zugänglich ist, sind die Teilnehmer fähig, bis 18 Meter Tiefe zu tauchen. Und selbst wenn man sich dann noch nicht wie ein Fisch im Wasser fühlt – zu aufregend ist jeder Tauchgang, zu fremd das Element –, ist dies meist der Beginn einer lebenslangen Faszination.

Ein Traum für jeden fortgeschrittenen Taucher und jeden Schnorchler: Die hauseigene «Four Seasons Explorer» tourt ab Landaa Giraavaru mit maximal 22 Gästen auf drei-, vier- und siebentägigen Bootsfahrten zu den schönsten maledivischen ­Unterwasserwelten und zwischen Juli und Oktober auf den Spuren der Mantarochen und Walhaie. Hat man dann, mit etwas Glück, einen der sanften Riesen gesichtet, schnappt die Stimmung an Bord über. Ungefähr so hätten sich die Romanhelden bei Jules Verne wohl im richtigen Leben gefühlt, wenn sie der «Nautilus» begegnet wären. Was für ein Erlebnis! Abends an der Schiffsbar wetteifern dann die Gäste untereinander mit ihren Geschichten, und der Walhai – ihr Walhai – wächst dabei Meter um Meter.

Kreuzfahrt über den Wolken

Für betuchte Geniesser, die Natur- und Kulturerlebnisse suchen, die Gemeinschaft mit gleichgesinnten Reisenden schätzen und sich gerne von kultivierten Reiseleitern begleiten lassen, die alle lästigen For­malitäten erledigen und mit Stil zu den Sehenswürdigkeiten dieser Welt führen, ist ein Kreuzflug das Richtige.

Der wichtigste Anbieter in Europa ist die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd. Die vier- bis zwanzigtägigen Kreuzflüge sind jeweils lange im Voraus ausgebucht. Unabhängig und teilweise fernab gängiger Linienverbindungen geht es im Flieger exklusiv zu den schönsten Plätzen der Welt. Etwa zu den magischen Orten Südamerikas, zur Grand Tour durch Indien oder entlang der Seidenstrasse zwischen Orient und Okzident. Auch Afrika, Mittelamerika und China sind beliebte Kreuzflugziele. Hapag-Lloyd legt grossen Wert darauf, dem Massentourismus aus dem Weg zu gehen und wenn immer möglich nicht länger als fünf Stunden am Stück zu fliegen.

Der mit 42 Business-Class-Sitzen ­bestückte Airbus A319 ist technisch auf dem Stand des Machbaren, übernachtet wird ausschliesslich in den besten ­Hotels. Wie auf einem Kreuzfahrtschiff befinden sich ein Arzt, ein eigener Koch und eine feste Crew an Bord. Lektoren stimmen auf die Reiseziele ein und ­lassen keine Frage unbeantwortet. Die Weltreisenden werden – wie im Privatflieger – meist direkt vom Rollfeld per ­Limousine ins Hotel gebracht. Auch um das Gepäck braucht man sich nirgends zu kümmern. Die Abfertigung an den Flughäfen geht mit VIP-Status gewohnt schnell: lächeln, Pass hochhalten und die Security passieren.

Allerdings: Während sich schon ­Luxuskreuzer wie die «MS Europa» mit Einstiegspreisen von 800 Franken pro Passagiertag nicht fürs normale Reisebudget eignen, tut dies ein Kreuzflug mit 3500 bis 5000 Franken pro Tag und Person noch weniger.

Grosswilderlebnisse wie einst

Alle, die Löwen und Elefanten aus nächster Nähe sehen und abends Sterneküche in architektonisch ansprechender Umgebung serviert bekommen möchten, sind bei einer Fly-in-Safari durch Namibia richtig. Etwa zu den Dünenlandschaften der Namib-Wüste, zum Fish River Canyon oder in den Etosha National Park. Am eindrücklichsten aber ist die wasser­reiche Caprivi-Region im Nordosten des Landes – das Gebiet ist Namibias touristischer Geheimtipp.

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Nirgends ist das Land so grün und fruchtbar wie hier. Flüsse wie der Okavango, der Kwando, der Chobe und der Sambesi machen die Gegend zum perfekten Lebensraum für Hunderte von Vogel- und Säugetierarten inklusive der Big Five (Elefant, Löwe, Leopard, Büffel und Nashorn). Wildtiere, die nicht freiwillig vor den Lodges herumspazieren, trifft man bei den täglichen Safari-Exkursionen im offenen Jeep.

Zum Gesamterlebnis jeder Lodge zählen täglich zwei mehrstündige Safaris mit Picknicks und Teepausen. Diese finden frühmorgens und am späteren Nachmittag statt, wenn die Tiere am aktivsten und die Temperaturen am angenehmsten sind. Jeweils ein Fährtensucher (Tracker) und ein Ranger begleiten die offenen Geländewagen. Für die ortskundigen Gastgeber ist die Natur voller Notizen. Unscheinbare Dellen auf der Staubpiste sind für sie wie geschriebene Nachrichten.

Die Spuren verraten: Eine Gepardin ist unterwegs, sie verfolgt ein Warzenschwein. Da, die Gepardin liegt im Gras, schön wie eine Sphinx. Einen Katzensprung entfernt bleibt der offene Wagen stehen. Obschon der Ranger beruhigt, dass die Tiere den Jeep nur als geschlossenen Körper wahrnähmen, nicht aber die Menschen darin, sitzen die Greenhorns bei der kleinsten Bewegung der Gepardin da wie schockgefroren.

Ein gutes Dutzend luxuriöser Lodges und Camps verteilt sich über Namibia. Ein sicherer Wert sind diejenigen von Wilderness Safaris, einer Organisation des nachhaltigen Tourismus im südlichen Afrika. Die Lodges beherbergen durchschnittlich sechs bis zwölf Gäste und versprühen trotz ihrem zeitgemässen Design genügend namibisches Flair, dass man sich nicht ganz wie zu Hause fühlt. Üblicherweise bleiben Safari-Reisende zwei, drei Tage in einer Lodge, dann fliegen sie mit Kleinflugzeugen zur nächsten.

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Die weite Welt in Tagesportionen

In 80 Tagen um die Welt? Na ja, 119 dürfen es schon sein, denn gereist wird auf der «Silver Spirit». Jeweils während vier Monaten zwischen Januar und Mai steuert das schwimmende Luxushotel rund 60 Häfen an, faszinierende Naturerlebnisse und grossartige Städtetrips sind inbegriffen. Los Angeles, Papeete in Französisch-­Polynesien, Auckland, Sydney, Bali, Hongkong, Ha Long Bay in Vietnam und Ko Samui in Thailand sind lediglich ein paar erste Stationen der diesjährigen Weltumrundung mit Ziel Southampton.

Die Idee der Weltkreuzfahrt: auf vertrautem Boden um den Globus zu touren. Ohne ständiges Kofferpacken und langwierige Reisevorbereitungen, sondern in permanenter Bewegung und mit der Freiheit, stets in letzter Minute entscheiden zu können, ob man nun Melbourne oder Angkor Wat besichtigen oder lieber einen Dolcefarniente-Tag an Bord ein­legen und die hohe Kunst des Nichtstuns kultivieren möchte. So oder so lässt sich das unvergleichliche Erlebnis einer World Cruise sehr leicht ein Vierteljahr lang ertragen. Wer sich zeitlich oder ­finanziell keine 119 Tage erlauben kann oder will, kann auch nur Teilabschnitte der Reise buchen.

Die maximal 540 Passagiere an Bord des neuen Schiffs der Reederei Silversea lieben die Leichtigkeit des Seins und eine gewisse Weitläufigkeit auch auf hoher See. Es sind Leute, denen Luxus zwar lieb und teuer ist, die aber überholte Kreuzfahrttraditionen und prätentiösen Pomp nicht ertragen. In Anbetracht der langen Reiseroute liegt das Durchschnittsalter bei 55 plus, und eigentlich ist die Situation für viele ähnlich: Die Firma ist verkauft, und die Schalter des Lebens sind auf Genussmodus umgestellt. Unter den Passagieren (mehrheitlich Amerikaner, aber auch erstaunlich viele Europäer) kennt man sich schnell – es wird gelacht, herzlich gegrüsst und hier und da kurz verweilt, um sich einen Schwank aus dem Leben zu erzählen: «Als wir mitten in der Nacht in Rio ...» – «Da sind wir in Marrakesch in ein Taxi geraten ...» – «Dieses Hotel in Mumbai, das können Sie sich nicht vorstellen …» Spätestens am dritten Tag sind alle Passagiere gleich. Ausser vielleicht jene beiden kanadischen Weltenbummlerinnen, die ein offenbar blühendes Immobilienbüro betreiben und gerade den 180. Tag an Bord feiern.

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Auf den Spuren der Maharadschas

Wer die magischen Wüstenlandschaften und architektonischen Extravaganzen im ­indischen Bundesstaat Rajasthan ohne Strapazen in konzentrierter Form erleben möchte, bucht eine einwöchige Rundreise mit dem «Palace on Wheels». Im indischen Luxuszug taucht man ­gleichermassen in den Lifestyle der ­Maharadschas und in die britische Kolonialzeit ein. Er besteht aus 14 opulent ­dekorierten, klimatisierten Wagen mit historischem Flair. Dazu gehören zwei Restaurants, ein Bar-Salon-Wagen und 14 verhältnismässig komfortable Zweibettkabinen mit kleinen privaten Bädern und Butlerservice.

Ausgangspunkt der 2880 Kilometer langen Rajasthan-Tour ist New Delhi. Von dort führt die Zugreise via Jaipur, Sawai Madhopur, Udaipur, Jaisalmer, Jodhpur, Bharatpur und Agra zurück nach Delhi (jeweils von Mittwoch bis Mittwoch). Für die Besichtigung der Paläste, Burgen, ­Nationalparks und Unesco-Weltkulturstätten (Taj Mahal, Agra Fort, Fatehpur Sikri) am Weg bleibt den Bahnreisenden genügend Zeit, ebenso für hautnahe ­Begegnungen mit Tigern, Ausritte mit Elefanten und High Tea im Lake Palace Hotel in Udaipur.

So schnell man sich an das Tohuwabohu und die Gerüche auf den indischen Strassen gewöhnt hat, so rasch passt man sich bei der Rückkehr von den Tagesausflügen dem feudalen Glamour an Bord des Luxuszugs an. Flinke Hände kümmern sich ums Gepäck, kalte Frottee­tücher und erfrischende Drinks werden gereicht. Der Kontrast zur Realität in ­Rajasthan könnte kaum markanter sein – umso mehr schätzt man den Luxus des rollenden Palasts, der auch für diejenigen westlichen Reisenden, die schon vieles erlebt haben, nicht alltäglich ist.

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