Ein Lokal mit einem spanischen Namen, einem französisch angehauchten Interieur, in dem der schottische Wirt Johnny Freeman italienische Küche serviert – schon allein dieser wunderbaren europäischen Verschmelzung wegen lohnt sich die Reise ans Rheinknie nach Basel.

Die Bodega steht direkt am Barfüsserplatz – an schönen Tagen können sich Gäste an die kleinen, mit weissem Papier aufgedeckten Tische auf dem Boulevard setzen und dem Treiben auf dem Platz zuschauen. Wer keinen Tisch im Freien bekommt, soll sich nicht grämen.

Auch drinnen – vor allem im Erdgeschoss des zweistöckigen Lokals – gibt es mehr als genug zu beobachten: die zahlreichen Bilder etwa, die dicht an dicht an den Wänden hängen und die Leidenschaft des Wirtes für Kunst verraten. Oder das heterogene Publikum, das sich nicht selten kennt und tischübergreifende Gespräche führt, dazu die – meist elsässischen – Kellner, die sich wie ein gut eingespieltes Ballett-Ensemble auf dem engen Platz bewegen. Je später der Abend, desto vibrierender die Stimmung, desto höher der Lärmpegel. Wer es lieber ruhiger hat, tut gut daran, einen Tisch im ersten Stock zu reservieren.

Pur und gut, ohne jeglichen Schnickschnack

Menukarten werden hier selten verteilt – das Tagesangebot steht auf der schwarzen Tafel, die auch als Sichtschutz zwischen Buffet und Restaurant dient. Wer das Glück hat, den Tisch mit Stammgästen zu teilen, wird mündlich beraten: Das Cordon bleu mit den Pommes Allumettes sei einzigartig, schwört die eine. Die Ta­gliatelle al Limone, meint eine andere, dürfe man nicht verpassen, während die Dritte vom Pulpo-Salat schwärmt. Als der Kellner den Ossobuco als «heute besonders gut» preist, bin ich kurz überfordert. Meine Entscheidung – eine kleine Portion Vitello tonnato und die gelobten Tagliatelle zu bestellen – bereue ich nachher keine Sekunde.

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Die Gerichte sind schlicht, aber geschmacklich absolut präzise gekocht und kommen pur und gut, ohne jeglichen Schnickschnack auf den Tisch. Das macht glücklich. So sehr, dass ich bereits zwei Wochen später ­erneut nach Basel gereist bin, um mir zum Mittagessen einen Teller fantastischer Sepiapasta mit Calamari, kurz in Knoblauch mit ein paar Tomaten sautiert, zu genehmigen.

Bevor man das Lokal verlässt, sollte man unbedingt seine Aufmerksamkeit Johnnys Whiskysammlung schenken: Hier stehen nicht nur die alten Bekannten, sondern auch Raritäten aus der Heimat des Wirtes zur Auswahl, die selbst Kenner zum Staunen bringen.

Bewertung

★★★★★ Küche

★★★★★ Preis-Leistungs-Verhältnis

★★★★★ Service

★★★★★ Ambiente

Bodega zum Strauss
Barfüsserplatz 16
4051 Basel
Telefon 061 261 22 72

geöffnet montags bis samstags von 12 bis 14 Uhr und von 18 bis 24 Uhr, sonntags von 18 bis 21.30 Uhr (Küche)