Wie bereits früher erwähnt, befindet sich der Autojournalist im Ranking der Medienszene weit hinten – nur knapp vor dem Reisejournalisten. Damit kann ich leben. Meine Mitarbeiter auch. Schliesslich reisen wir nicht nur an interessante Orte, sondern fahren dort auch die neusten Autos.

Normalerweise, das ist das Privileg des «Chefs», picke ich mir die schönsten Events heraus: also Porsche in Kalifornien, nicht Dacia in Rumänien. Das klappt aber nicht immer. Und so war Nina Vetterli mit dem neuen Rolls-Royce Ghost Series II in meiner Wahlheimat London unterwegs und dinierte im ­Nobel-Hochhaus The Shard.

Nina, wie hast du dich im Fond des Ghost gefühlt? «Hervorragend! Wie Lady Gaga oder Mrs Clooney.»

Du bist den Rolls-Royce auch selber gefahren. Wo fühlt sich Frau wohler – konzentriert am Steuer oder entspannt im Fond? «Das kann nur ein Mann fragen. Natürlich dort, wo sie die Macht über 570 Rösser hat – am Steuer. Und das ebenfalls ­entspannt. Denn im Ghost hat man selbst beim Fahren das einzigartige Gefühl, gefahren zu werden.»

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Was war imposanter – der Ghost II oder The Shard? «Chef, du fragst einen Auto-, keinen Architekturfan. Wenn der Ghost lautlos in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt, sind Immobilien kein Thema mehr. Zumal der Rolls-Royce dank feinstem Leder, edelstem Holz und der gross­artigen Soundanlage exklusiver ist als jeder Privatclub in Kensington.»

Was hat dir bei dieser Fahrveranstaltung gefehlt?«Ein Paparazzo, der mich beim Einsteigen in den Ghost ­fotografiert hätte. Diese fünf Sekunden Ruhm hätte ich mir an die Wand gehängt.»

Dein Fazit? «Dank dem Ghost rangieren wir Autojournalisten mindestens 4,9 Sekunden vor den Reisejournalisten.»

Motor: 6,6-Liter-Twin-Turbo-V12, Leistung: 570 PS / 420 kW, 0 auf 100 km/h: 4,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Preis: ohne Steuern und Extras 229 275 Euro.