Heute werden die sieben Weltmeere von rund 400 Kreuzfahrtschiffen heimgesucht und alle zwei bis vier Monate kommt eines hinzu. Nach sechs Neubauten im vergangenen Jahr werden es im laufenden Jahr deren sieben – mit einem Investitionsvolumen im einstelligen Milliardenbereich.

Dabei handelt es sich vor allem um Schwesterschiffe oder Weiterentwicklungen zu schon bestehenden Einheiten. Um nicht in der schwimmenden Masse unterzugehen, positionieren sie sich mit einmaligen Attraktionen.

Wow-Erlebnisse an Bord

Den Reigen eröffnet im März 2015 die «Britannia» (3647 Passagiere). Mit 141 000 Tonnen übertrumpft sie die übrigen sieben Flottenmitglieder von P&O Cruises. Ein Wow-Erlebnis dürften die Gäste gleich beim Betreten des Megaliners haben. Im dreistöckigen Atrium ist das Starburst installiert, ein von der Decke bis zum Boden reichender Mix aus Kronleuchter und Skulptur. Insgesamt kommt die Kunstsammlung an Bord des neuen Flaggschiffs von P&O Cruises auf einen Wert von mehr als 1,2 Millionen Euro.

Im April 2015 ist die Reihe dann an zwei Neubauten, darunter die einzige Luxusyacht des Jahres: Die «Le Lyrial» (244 Passagiere) als vierte baugleiche Einheit der französischen Reederei Ponant. Der Name «Le Lyrial» kommt vom Sternbild Lyra mit dem Haupt­stern Wega, einem extrem hellen Stern des Nordhimmels – passend für ein Schiff, das oft in den Polarregionen­ unterwegs ist, in der Premierensaison zum Beispiel in der Antarktis. Die122 Kabinen und Suiten verfügen zu 95 Prozent über einen Balkon.

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In der Glaskugel über die Weltmeere schweben

Ein Kontrast dazu ist der Riesenpott «Anthem of the Seas» (4180 Passagiere) von Royal Caribbean. Wie auf dem fünf Monate jüngeren Schwesterschiff gibt es auch hier an Bord das Ripcord, bei dem Fallschirmfliegen ­simuliert wird, den North Star, eine Glaskugel, die Besucher auf bis zu 90 Meter über Meer hebt, und die Bionic-Bar, an der Roboterarme die Flaschen holen und die Cocktails mixen. Weiterer Höhepunkt: Die Innenkabinen verfügen über einen virtuellen Balkon, riesige Monitore, die das Livebild von aussen zeigen.

Den Schritt vom Fluss aufs Meer wagt dieses Jahr die Reederei Viking mit Hauptsitz in Basel. Auf der «Viking Star» (900 Passagiere), die im Mai 2015 erstmals in See sticht, haben alle Unterkünfte einen Balkon, anders als auf fast allen anderen Kreuzfahrtschiffen gibt es keine Innenkabinen. Zwei weitere Neubauten sind bereits geplant, ebenfalls mit einem Infinity-Pool mit gläsernem Rand am Heck.

Tui Cruises lanciert im Mai 2015 die «Mein Schiff 4» (2506 Passa­giere). Der zweite Neubau ist identisch mit der Schwester «Mein Schiff 3» und verspricht ein ähnliches Wohlfühl­erlebnis, aber mit grösserem Spa. Highlight ist der sich über drei Decks erstreckende Diamant am Heck, eine Glasfassade, die verschiedene gastronomische Bereiche beherbergt, sowie der 25-Meter-Aussenpool, der grösste auf einem schwimmenden Hotel.

Premieren auf hoher See

Die beiden letzten Neubauten folgen im Oktober 2015. Mit ihrer «Norwegian Escape» (4248 Passagiere) eröffnet die US-amerikanische Reederei Norwegian Cruise Line ihre allerneueste Schiffsklasse namens Breakaway Plus, zudem wird der Megaliner der grösste der Flotte sein. An Bord wird die «Norwegian Escape» den grössten Thermal-Spa-Bereich und den ersten Schneeraum auf hoher See haben.

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Der krönende Abschluss gebührt Aida Cruises, die sich mit ihrem Flaggschiff neu erfindet. Die «AIDAprima» (3300 Passagiere) bietet viele Attrak­tionen wie den Beach-Club, eine Badelandschaft mit Foliendach. Ein reiches Sportangebot findet sich auf dem überdachten Deck Four Elements, das mit Kletterwand und Wasserrutschen ausgestattet ist. Zum Entspannen laden das Organic-Spa und der Infinity Pool. Auch das Kabinenkonzept der «AIDAprima» birgt einige Neuerungen, so gibt es exklusive Unterkünfte mit eigenem Wintergarten.