Motorenleistung, ausgedrückt früher in PS, heute aber vermehrt in Kilowatt, gehörte jahrzehntelang zum Credo aller Autokonzerne. Das hat sich – zumindest für einen Teil der neusten Modelle – gründlich geändert. Denn was will man mit all den (zu vielen) Pferdestärken bei verstopften Strassen? Deshalb zeichnen sich besonders Kleinwagen heute, trotz äusserst kompakter Aussenmasse, vorrangig durch möglichst maximale Ausnutzung des Innenraums und nicht zuletzt durch ein pfiffiges Karosseriedesign aus – und durch «normale» Motorenleistungen. Die Tendenz zu immer mehr PS wurde um 180 Grad gekehrt, hin zu einer für urbane Gebiete vernünftigen Motorisierung.

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Ganz so freiwillig geschah dies nicht, denn den Autoherstellern sitzt der Gesetzgeber mit ständig sich verschärfenden CO2-Normen im Nacken. Fast jede Marke hat deshalb mindestens ein Modell in der Kategorie des C1 im Programm.

Es gab zwar bereits in den vergangenen Jahren verschiedene Citroën-Kleinwagen, aber so richtig zu punkten vermochten diese ganz selten. Jetzt hat die Marke, eine Tochtergesellschaft des finanziell arg gebeutelten PSA-Konzerns (Peugeot/Citroën), dem C1 aber vieles mitgegeben, was ein Fahrzeug für den urbanen Verkehr nicht nur zum angenehmen Fortbewegungsmittel, sondern zum Hingucker macht.

Lieferbar ist der Stadtflitzer C1 in acht trendigen Aussenfarben, teilweise (beabsichtigt) auffällig, ferner als Drei- oder Fünftürer und obendrein noch in der Version Airscape, also mit einem Stofffaltdach. So macht Fahren nicht nur Spass, sondern lässt auch Erinnerungen an Klassiker wie den Urahnen des C1, den aus demselben Haus stammenden Deux-Chevaux, oder den Fiat 500 aufkommen.

Aber nicht nur der Spassfaktor spielt beim kleinen Citroën eine Rolle. Um möglichst niedrige Verbrauchswerte zu erreichen, kommt für den C1 moderne Leichtbauweise zur Anwendung. Der automobile Winzling mit einer Gesamtlänge von lediglich 3,46 Metern erreicht ein Leergewicht von nur 840 Kilogramm.

Als Motoren stehen in der Schweiz vorerst zwei Dreizylinder-Benziner (1,0/1,2 Liter Hubraum) mit einer Leistung von 68 und 82 PS im Programm. Der Normverbrauch liegt für das kleinere Triebwerk laut Angaben des Herstellers bei 3,8 Litern, für das grössere bei 4,3 Litern Benzin. Die heute so hoch gewichteten CO2-Emissionen erreichen 88 respektive 99 Gramm/Kilometer. Über das 68 PS starke Aggregat lässt sich schlicht sagen, dass man mit ihm unter den aktuell dominierenden Verkehrsbedingungen ohne weiteres mitzuhalten vermag. Wer auf eine gewisse Spritzigkeit nicht verzichten will, wählt hingegen den 82-PS-Motor, der durchaus mit ökologisch korrekten Werten daherkommt.

Dies alles schliesst einen gewissen Komfort nicht aus. Im Stadtzwerg C1 sitzt es sich, zumindest vorne, bequem. Für praktische Dinge wie Ablagen und Getränkehalter ist ebenfalls gesorgt. Der Kofferraum fasst immerhin 196 Liter. Fast wichtiger als Komfort und Platzangebot sind heute – vor allem bei einer jungen Kundschaft – die Elektronik mit all den sich bietenden Möglichkeiten.

Bei dieser Käuferschaft kommt gut an, dass sich Apps – allerdings vorerst nur einige wenige – von Smartphones (im Moment ausschliesslich Samsung S3) auf den Touchscreen am Armaturenträger laden lassen (Mirror Screen). Das System läuft, allerdings dürfte etwas Feinschliff nicht schaden.

Das Urteil über den C1: Trotz günstiger Preise (ab 12 450 Franken, Airscape als Top-Modell 18 800 Franken), bekommt der Kunde von Citroën keine billige Ware. Und was Leichtbauweise sowie das Downsizing der Motoren mitsamt ihren Leistungen angeht, vermögen die Franzosen heute mit renommierten Marken aus Japan wie aus unserem nördlichen Nachbarland mitzuhalten. Das ist ein schönes Lob zum 90. Geburtstag Citroëns in der Schweiz.