Gewürzmischungen, Instantsuppen oder Puddingpulver der Marke Oswald finden sich in rund 250 000 Schweizer Haushalten. Der grösste Nahrungsmittel-Direktvertreiber des Landes mit Sitz in Steinhausen ZG ist für seine alltagstaugliche Palette bekannt. Seit rund zwei Jahren setzt Oswald aber auch auf High-End-Produkte.­ Damals wurde die Premiumlinie mit einem Trio aus Meersalzen lanciert, inzwischen umfasst das Sortiment vier Gourmet- und Geschenkpakete.

Laut Beat Welti, Geschäftsführer von Oswald Nahrungsmittel, war die Einführung des ersten Premiumangebots ein grosser Erfolg. «Wir sehen in diesem Bereich ein grosses Potenzial für die Zukunft, deshalb sind wir ständig daran, ihn mit spannenden Neuheiten auszubauen.» Welti betont, dass Oswald für sämtliche Produkte nur qualitativ hochwertige und umsichtig ausgewählte Rohstoffe verwende, die alle in der Zuger Zentrale verarbeitet würden. Im Unterschied zum traditionellen Sortiment handle es sich bei der Premiumlinie um kleinere Einheiten, die so präsentiert würden, dass sie sich ebenfalls als Präsente oder Mitbringsel eigneten. Zudem enthielten sie mehr Produktinformationen.

Tradition und Innovation

«Oswald legt nicht nur viel Wert auf Tradition, sondern auch auf Innovationen. Diese sind für uns von zentraler Bedeutung», sagt Welti. Als Beispiele für innovative Pre­miumangebote nennt er folgende Highlights:

Das Meersalz-Trio, bestehend aus drei Varietäten von grobkörnigem Meersalz mit Chili, Pfeffer und Rosmarin, das in Glasmühlen mit zwei Mahlstufen präsentiert wird. Laut Welti passt das Pfeffer-Salz perfekt zu Fisch oder mediterranen Gerichten. Mit dem Rosmarin-Salz könnten Bratkartoffeln, Ofengemüse und Poulet verfeinert werden, das Chili-Salz runde etwa Wok- und Eintopfgerichte ab.

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Das Gewürzwelt-Trio umfasst einen tiefroten Paprika aus einem kleinen Familienbetrieb aus dem ungarischen Szegedin, ein gemäss Welti «sensationelles» Curry aus Indien sowie eine schwarze Pfeffermischung mit tasmanischem Pfeffer. Die Linie ist das erste Muster eines Monogewürz-Angebots in der Geschichte Oswalds. Zuvor wurden nur Gewürzmischungen produziert. «Den Paprika kann man für Gulasch oder Raclette und andere Käsespeisen verwenden, das Curry eignet sich für Saucen oder das beliebte­ Partyfilet und der tasmanische Pfeffer krönt Fleischge­richte, aber auch Käse oder Desserts», erklärt Welti.

Das Öl-Trio, bestehend aus Oliven-, Kürbiskern- und Baumnussölen, die in kleinen Familienbetrieben in Spanien, der Steiermark und in Moldavien hergestellt werden, lassen sich für Salatdressings oder zum Verfeinern von Saucen und Suppen verwenden.

Die Gartenkräuter, die gemäss Welti dank einer Gefriertrocknungsmethode haltbar gemacht werden, runden eine breite Palette von Speisen ab, bei­spielsweise Suppen, Gemüse, Fisch, Kräuterbutter oder Salatdressings.

Die Bouillons Concentrés sind in den Varietäten Rind und Gemüse erhältlich. «Mit diesen beiden Produkten ist es unseren Entwicklern gelungen, eine neue Bouillongeneration zu kreieren, die ein einzigartiges Geschmackserlebnis bietet», sagt Welti. Die halbflüssige, hochkonzentrierte Brühe schmelze­ auf dem Gericht und eigne sich zum Abschmecken von Gemüse, Suppen, Saucen oder edlem Fleisch.

Festtagsmenü

Abgerundet wird die aktuelle Premiumlinie ihrem Chef zufolge von der Kaffeekapsel-Sorte Vulcano, die während einer begrenzten Zeit erhältlich ist.

Der Hobbykoch Welti nutzt die Oswald High-End-Produkte regelmässig selbst. Für Geniesser mit begrenzter Zeit hat er ein dreigängiges Festtagsmenü zusammen­gestellt, das mit Zutaten aus den Gourmetpaketen gekrönt wird.

Oswald Tochter des Unilever-Konzerns

Firma
Die 1951 von Meinrad Oswald als Kaffeerösterei gegründete Oswald Nahrungsmittel GmbH gehört seit 2000 zum niederländisch-britischen Unilever-Konzern. Die Schweizer Tochter mit Hauptsitz in Steinhausen ZG beschäftigt 120 Per­sonen in Produktion und Verwaltung sowie 200 Kundenberater. Sie ist damit ­eine der grössten Arbeitgeberinnen im Kanton Zug. Oswald verkauft seine rund 160 ­Produkte ohne Zwischenhandel direktan Privatkunden und Gastrobetriebe; da­runter Suppen, Saucen oder Gewürze und – seit dem 60-Jahr-Jubiläum 2011 –Backmischungen für Cakes und Muffins sowie Kaffeekapseln für die eigenen Espressomaschinen. Heute verkauft Oswald rund 7 Millionen Kaffeekapseln pro Jahr.

Chef
Seit März 2013 führt Beat Welti das Unternehmen als Chief Executive Officer (CEO). Seit 1. Juli 2013 ist der 46-jährige Ökonom mit Executive MBA der Universität St. Gallen (HSG) Präsident des Verbands Schweizerischer Hersteller von Suppen und Saucen sowie Vorstands­mitglied der Foederation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (fial).