Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos erfreut sich Jahr für Jahr hochrangiger Gäste. Mit Spannung wird die Gästeliste erwartet. 

Der wohl hochrangigste Gast kommt aus den USA: Nachdem Präsident Trump 2019 wegen des Haushaltsstreits in den USA aussetzen musste, hat er kürzlich seinen Besuch in Davos angekündigt.

Mit dabei sind auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident Selensky aus der Ukraine und Prinz Charles

Brasiliens Präsident Bolsonaro sowie der iranische Aussenminister Sarif haben abgesagt.

Kein USA-Iran-Treffen

Daher dürfte die politische Krise zwischen dem Iran und den USA am 50. Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) nach der Absage der Iraner nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dafür möchte WEF-Gründer Klaus Schwab den Fokus auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legen.

Lange war darüber spekuliert worden, ob es am diesjährigen WEF in Davos zu einem Aufeinandertreffen des iranischen Aussenministers Mohammad Javad Zarif und US-Präsident Donald Trump können konnte. Dies wird jedoch nicht der Fall zu sein, wie ein Blick auf die offizielle Teilnehmerliste des diesjährigen Treffens zeigt.

Auf dem am Dienstag veröffentlichten Papier fehlen die Repräsentanten des Staates aus dem Nahen Osten. Zarif hatte seine Teilnahme am WEF ursprünglich vor der Exekution von General Ghassem Soleimani durch die USA angekündigt.

Im Gegensatz dazu steht der US-Präsident wie vor wenigen Tagen angekündigt erwartungsgemäss auf der Teilnehmerliste. Nebst dem Präsidenten werden vier amerikanische Minister nach Davos kommen: Handelsminister Wilbur Ross, Finanzminister Steven Mnuchin, Transportministerin Elaine Chao und Arbeitsminister Eugene Scalia. Und auch der Handelsbeauftragte Robert Lightizer ist dieses Jahr mit von der Partie.

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Impeachment-Showdown?

Im Fokus der Medien dürfte ausserdem Trumps Tochter Ivanka stehen, die ihren Vater einmal mehr auf einer wichtigen Reise begleitet. Zur Seite stehen wird ihr auch ihr Ehemann Jared Kushner.

Für politische Brisanz sorgen könnte nach der Absage der Iraner dafür ein anderer Namen auf der Gästeliste: derjenige des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj. Er steht im Mittelpunkt des laufenden Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump durch den US-Kongress.

Es handelt sich um den zweiten Besuch des US-Präsidenten in Davos. Erstmals war er 2018 an das Forum gereist und hatte seine «America first»-Doktrin einem globalen Publikum präsentiert. 2019 musste er hingegen eine geplante Reise wegen eines mehrwöchigen Shutdowns der US-Bundesverwaltung absagen.

Gore und Thunberg kommen

Ein anderes US-Politschwergewicht, das dem WEF dieses Jahr erneut seine Aufwartung machen wird, ist der frühere US-Vizepräsident Al Gore. Er engagiert sich schon seit längerem für den Umweltschutz und wird voraussichtlich an einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Amazonas-Regenwaldes teilnehmen.

Was das Thema Umweltschutz anbelangt dürfte allerdings der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg eine deutlich grössere Aufmerksamkeit zuteil werden als dem Ex-Vizepräsidenten. Bereits am Dienstag, dem ersten Tag des WEF, soll die junge Schwedin an mehreren Veranstaltungen auftreten.

«Unser Fenster zum Handeln ist klein»

Das Thema Umwelt steht auch für den Forumsgründer Klaus Schwab dieses Jahr ganz oben auf der Agenda. In diesem Jahr steht das Treffen, das am 20. Januar eröffnet wird und dann offiziell vom 21. bis 24. Januar in Davos stattfindet, unter dem Motto «Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt» (Englisch: «Stakeholders for a Cohesive and Sustainable World»).

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Mit dem Motto signalisiere die Organisation, wie wichtig ihr die Umwelt ist. Auch das Davoser Manifest, ursprünglich 1973 veröffentlicht und von Schwab zum Jubiläum der Moderne angepasst, fordert Unternehmen auf, Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine zentrale Rolle einzuräumen, führte der WEF-Gründer vor den Medien aus.

«Die Menschen in fünfzig Jahren sollen sagen können: Danke, wir konnten uns auf euch verlassen», sagte Schwab. Denn die Welt befinde sich im Bezug auf die Umwelt in einem Alarmzustand. «Unser Fenster zum Handeln ist klein.»

(sda/mlo/ccr)