Mit Blick auf die Karriere seiner Ehefrau hängt der Co-Chef des Online-Modehändlers Zalando, Rubin Ritter, seinen Vorstandsposten an den Nagel. «Nach mehr als elf einmaligen Jahren, in denen Zalando für mich Priorität hatte, möchte ich meinem Leben eine neue Richtung geben», teilte Ritter überraschend am Sonntagabend mit.

Bis zur Hauptversammlung im kommenden Jahr, deren Zeitpunkt noch nicht feststeht, will Ritter neben den beiden Firmengründern Robert Gentz und David Schneider weiter Europas Branchenprimus leiten. Danach wolle er sich mehr seiner wachsenden Familie widmen, sagte der 1982 geborene Ritter: «Meine Frau und ich sind uns einig, dass in den kommenden Jahren ihr Beruf Priorität haben soll.»

Ritter ist seit 2010 Co-Chef des in Berlin ansässigen Unternehmens. Er spielte eine zentrale Rolle beim Börsengang 2014 und der strategischen Ausrichtung der vor zwölf Jahren gegründeten Firma, die inzwischen in 17 Ländern aktiv ist, mehr als 35 Millionen Kunden zählt und rund 14'000 Mitarbeiter zählt. Zudem agierte der frühere McKinsey-Berater jahrelang auch als Finanzchef.

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Kandidat für den Leitindex Dax

Zalando gilt als Profiteur der Corona-Krise und hat zahlreiche Neukunden gewonnen, die nun lieber online ihre Kleidung kaufen als in Läden zu gehen. Anfang Oktober hatte der MDax-Konzern, der als aussichtsreicher Kandidat für den Leitindex Dax gehandelt wird, zum zweiten Mal seine Jahresprognose angehoben. Finanzchef David Schröder kündigte bereits an, das Wachstum im kommenden Jahr beschleunigen zu wollen. 2019 setzte Zalando rund 6,5 Milliarden Euro um. Kritik gab es immer wieder daran, dass keine Frau im Vorstand sitzt.

Die Aufsichtsratsvorsitzende Cristina Stenbeck teilte mit, der Aufsichtsrat werde gemeinsam mit Ritter an der vorzeitigen Aufhebung seines bis November 2023 laufenden Vertrages arbeiten. Stenbeck sagte: «Der Aufsichtsrat bedauert Rubins Entscheidung, aber wir haben für seine persönlichen Motive höchsten Respekt.»

(reuters/gku)