Die Hollywood-Legende Zsa Zsa Gabor ist tot: Die aus Ungarn stammende Schauspielerin sei im Alter von 99 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts in ihrer Villa in Los Angeles gestorben, teilte ihr Ehemann Prinz Frederic von Anhalt am Sonntag (Ortszeit) mit.

«Sie starb nicht alleine, alle waren hier», sagte der 73-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Gabor war seit längerem bettlägerig und schwer krank.

Geheimnis um ihr Geburtsjahr

Die Miss Ungarn 1936 war in der Nachkriegszeit als Schauspielerin und Sexsymbol bekannt geworden. Später sorgte die Hollywood-Diva vor allem durch ihre zahlreichen Ehen mit schwerreichen Männern für Schlagzeilen. Die letzten 30 Jahre war sie mit dem aus Deutschland stammenden Prinz Frederic von Anhalt verheiratet.

Um ihr Geburtsjahr machte die Schauspielerin immer ein Geheimnis. Wahrscheinlich wurde Gabor am 6. Februar 1917 als Zsuzsanna Sari Gabor in Budapest geboren, aber auch 1918, 1919 oder sogar 1926 werden als Geburtsjahre gehandelt.

Jugend in der Schweiz

Ihre Jugend verbrachte die Schauspielerin in der Schweiz, nach einer Ausbildung an der Wiener Musikakademie gab Richard Tauber ihr eine Rolle in der Operette «Der Singende Traum». Auch ihre Schwestern Magda und Eva traten als Schauspielerinnen auf. 1941, nach der ersten geplatzten Ehe mit einem türkischen Diplomaten, zog Gabor mit ihrer Familie in die USA.

Mit ihren Sprüchen traf sie stets ins Schwarze. Auf die Frage von Journalisten, wie viele Ehemänner sie nun wirklich hatte, antwortete Gabor schlagfertig: «Meinen Sie, abgesehen von meinen eigenen?» Und ihr Millionenvermögen erklärte sie so: «Ich bin eine grossartige Haushälterin. Jedes Mal, wenn ich einen Mann verlasse, behalte ich sein Haus.»

Zu ihren Ehemännern zählten der Schauspieler George Sanders, der Industrielle Herbert Hunter, der Erfinder der Barbie-Puppen, John W. Ryan, und ein texanischer Öl-Erbe. Kurios auch ihre Eheschliessung mit dem spanischen Grafen Felipe de Alba 1982: da ihre siebente Ehe mit dem Rechtsanwalt Michael O'Hara noch nicht rechtsgültig geschieden war, dauerte die Bindung mit de Alba nur einen Tag.

Angebliche Affäre mit Sinatra

Glaubte man Zsa Zsa Gabor, so liess sie John F. Kennedy, Elvis Presley und Henry Fonda abblitzen, hatte aber eine Affäre mit Frank Sinatra. In «Moulin Rouge» (1952) durfte sie unter der Regie von John Huston ihren Co-Star José Ferrer verführen, doch in weiteren Hollywoodfilmen wie «Lili» und dem Science-Fiction-Streifen «In den Krallen der Venus» war Gabor in Nebenrollen meist nur schönes Dekor.

1987 mimte sie unter der Regie der österreichische Filmlegende Franz Antel die Baronesse Rothschild in «Johann Strauss», zuletzt trat sie 1996 in «Die Brady Family» vor die Fernsehkamera.

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Skandale und Klagen

Doch mit Skandalen und Klagen schaffte es Gabor immer wieder ins Rampenlicht. 1989 ohrfeigte sie einen Verkehrspolizisten, der ihr einen Strafzettel geben wollte. Das brachte der Diva drei Tage Gefängnis ein und einen Auftritt in der Lesie-Nielsen-Komödie «Die nackte Kanone 2 1/2» (1991), in der sie sich selbst parodierte.

1994 stritt sie sich mit Elke Sommer vor Gericht. Sommer gewann den Prozess um eine Millionen-Entschädigung gegen Gabor und deren Ehemann, die Beleidigungen gegen sie verbreitet hatten.

Tochter überlebt

Ihre einzige Tochter aus der Ehe mit dem Hotel-Magnaten Conrad Hilton verklagte Gabor 2005 wegen Betrugs auf Schadenersatz. Francesca Hilton habe sich des Bankbetrugs schuldig gemacht, die Unterschrift ihrer Mutter gefälscht und Millionen erschlichen, führte von Anhalt damals aus. Die Tochter wies die Vorwürfe vor Gericht zurück. Sie starb 2015 im Alter von 67 Jahren. Mit dem Hotel-Millionär war Gabor in den 1940er-Jahren fünf Jahre liiert.

Am 14. August 1986 heiratete Gabor mit Frederic Prinz von Anhalt Gatte Nummer 9. Dieser erklärte in Interviews, dass sich das Leben der Diva in ihren letzten Jahren vorwiegend hinter den Mauern der Bel-Air-Mansion abgespielt habe, eine 28-Zimmer-Villa, in der einst Elvis Presley gewohnt hatte.

Wunsch nach Plastinieren

Ein Autounfall im Jahr 2002 und eine daraus resultierende teilweise Lähmung fesselten Gabor ans Bett und an den Rollstuhl, im Sommer 2005 erlitt sie zudem einen Schlaganfall.

Nach einem Sturz aus dem Bett setzen ihr die Ärzte im Sommer 2010 eine neue Hüfte ein. Wegen einer Infektion wurde ihr später das rechte Bein teilweise amputiert. Gabor liess sich im Spital bereits von einem Priester die Krankensalbung erteilen. Tags darauf kehrte sie aber auf eigenen Wunsch wieder nach Hause zurück.

Im gleichen Jahr verkündete Gabors Ehemann, dass die Schauspielerin nach ihrem Tod plastiniert werden wolle. Von Anhalt sagte, seine Frau träumte immer davon, dass ihre Schönheit unvergänglich bleibt. Die plastinierte Leiche soll dann mit der «Körperwelten»-Show des Plastinators Gunther von Hagens auf Welttournee gehen.

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(sda/ccr)