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Björn Rosengren
Quelle: ZVG

PersonBjörn Rosengren

Er ist so etwas wie das letzte Aufgebot, um den einst grössten Schweizer Industriekonzern ABB zu retten: «Die Aktionäre haben die letzten zehn Jahre harte Zeiten durchmachen müssen», sagt Björn Rosengren. «Wenn wir jetzt nicht liefern, werden die Rufe nach einer Zerschlagung sehr laut werden!» Seit März ist er CEO von ABB, auf Wunsch der schwedischen Grossaktionäre, der Beteiligungsfirma Cevian und der Industriellenfamilie Wallenberg.

In dieser Zeit hat Rosengren dem Konzern bereits seinen Stempel aufgedrückt: Einsparungen, Stellenabbau, Standortschliessungen, Projektstopps, Verkleinerung der Firmenzentrale, das ganze Programm. Dazu gehört auch die Abspaltung von drei Divisionen: Getriebe, Power Conversion und – zum Chagrin der Schweizer ABB-Traditionalisten – das 96 Jahre alte Geschäft mit Turboladern in Baden. Vor allem aber hat der Schwede die Entscheidungsgewalt in die 18 Sparten gedrückt. Die Spartenleiter geniessen nun weitgehende Freiheit, sind aber auch allein verantwortlich für ihre Ergebnisse.

Es ist exakt das gleiche Rezept, das Rosengren – sehr erfolgreich – bei seinen vorherigen Arbeitgebern angewendet hatte, dem Industriekonzern Atlas Copco, dem Schiffsmotorenhersteller Wärtsilä und dem Maschinenbauer Sandvik. Dort hatte er auch schon sein mit Abstand wichtigstes Führungsmittel perfektioniert, ein Set von 15 immer gleichen Finanzkennzahlen: An ihnen misst er jedes Quartal jede einzelne Abteilung und vergleicht den Trend mit den Vorquartalen.

Rosengren will nun wieder das Wachstum forcieren, zwei Drittel davon organisch, ein Drittel durch Akquisitionen. Fünf bis zehn Zukäufe sollte der Konzern pro Jahr machen, dieses Jahr freilich waren es wegen der Corona-Krise bisher nur zwei. Die Hälfte der Sparten muss sich jedoch erst stabilisieren, bevor sie wachsen darf: «Manche unserer Sparten sind heute einfach weniger gut als die Konkurrenz. Die müssen jetzt die Kurve kriegen und sicherstellen, dass sie klar definierte Margenziele erreichen», sagt er. «Erst dann schalten wir in den Wachstumsmodus. Denn wenn man ein schlechtes Geschäft wachsen lässt, vernichtet man Wert.»

Bisher kommen Björn Rosengrens Rezepte gut an bei den Aktionären: Der ABB-Kurs ist seit seinem Amtsantritt deutlich im Plus und schlägt auch den Börsenindex. Jetzt muss der Schwede zeigen, dass der Erfolg nachhaltig ist.

(Stand: Dezember 2020)

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