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Fabrice Zumbrunnen,  Praesident Migros-Genossenschafts-Bund, portraitiert in der Migros Hauptsitz in Zuerich am 18. April 2019. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Quelle: Keystone

PersonFabrice Zumbrunnen

Kein Chef in der Schweiz hat mehr Untergebene. Seit zwei Jahren leitet Fabrice Zumbrunnen (49) nun die -Migros-Gruppe mit fast 107 000 Mitarbeitern. Damit die Zahl weiterhin hoch bleibt, hat der Romand ein radikales Reformprogramm angeworfen. Denn im klassischen Detailhandel schrumpft der Profit von Jahr zu Jahr. Von 28 Milliarden Umsatz blieb 2018 bloss ein Gewinn von 475 Millionen Franken – und fast die Hälfte davon erzielte die Migros Bank. Zumbrunnens Mission: die Effizienz im Kerngeschäft steigern und so den Profit wieder hochfahren. «Eine unserer grössten Herausforderungen ist es, uns im Kerngeschäft weiterhin richtig zu positionieren», sagt Zumbrunnen. Das heisst: sich von den wachsenden Discountern Aldi und Lidl abheben und preislich trotzdem attraktiv bleiben.

Das geht freilich nicht ohne Friktionen. Zumbrunnen stösst die Lasten ab: Geschäfte, die nicht profitabel genug sind oder «nicht zur Migros-DNA gehören», wie er es nennt, werden verkauft. So geschehen ist das bereits mit der E-Bike--Tochter M-Way. Wie es mit Globus, Interio und Depot weitergeht, wird sich bald weisen. Dass der im Gespräch charmant wirkende Zumbrunnen hart durchgreift, zeigt sich auch in der Entschlackung am Hauptsitz. Dort sorgten seine Massnahmen für einigen Unmut. Bereits im ersten Amtsjahr hat er 290 Arbeitsplätze -gestrichen. Seit Zumbrunnen am Ruder ist, hat der Konzern den Abbau von insgesamt fast 800 Stellen angekündigt.

Der Umbau markiert das Ende der langjährigen Ära um Vorgänger Herbert Bolliger. Auch die Führungscrew ist inzwischen bis auf Finanzchef Jörg Zulauf komplett erneuert. Doch einfach wird Zumbrunnens eingeschlagener Weg nicht. Anders als bei Rivalin Coop, die 2001 ihre Genossenschaften fusionierte, sind dem Migros-Chef faktisch zehn Regionalfürsten übergeordnet. Und diese ziehen nicht immer am selben Strick. Will Zumbrunnen Reformen umsetzen, wie etwa die Vereinheitlichung der Logistik, braucht er deren Goodwill. Als Romand fällt es ihm vielleicht leichter, die kleineren Genossenschaften in der lateinischen Schweiz ins Boot zu holen. Er selbst ist vor 23 Jahren in der Genossenschaft Neuenburg--Freiburg gestartet und hat sich dort zum Geschäftsführer hochgearbeitet, bis er 2012 als HR- und Kulturchef in den Migros--Turm wechselte.

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