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Carlo De Benedetti am Festival della TV e dei nuovi media.
Quelle: IMAGOECONOMICA

PersonFamilie De Benedetti

In der Familie De Benedetti geht es rund. Dem Familienpatriarchen Carlo De Benedetti (86) ist in seinem Domizil in St. Moritz offenbar der Kragen geplatzt. Seinen drei Söhnen machte er ein Angebot für ihre Anteile am Gruppo Editoriale (Gedi). Wie der langjährige Olivetti-Chef darlegte, seien die Söhne nicht in der Lage, einen Medienkonzern zu leiten. Es fehle ihnen an Leidenschaft, Sensibilität, Kultur und Kompetenz. Das Angebot machte er offenbar, ohne die Söhne vorher zu informieren.

Vor sieben Jahren hatte Carlo De Benedetti die Anteile an der Holding CIR an sie übertragen und sich zurückgezogen. In der Holding enthalten war auch das Aktienpaket der Gedi. Neben einem Dutzend lokaler Zeitungen sind «La Stampa», «La Repubblica» und das Nachrichtenmagazin «L’Espresso» die Perlen im Portfolio.

Sohn Rodolfo, Chef der Holding CIR, war vom Vorgehen und von den Vorwürfen des Vaters «geschockt». Die Familienfehde nützte eine noch prominentere italienische Familie aus, um ihre Macht zu erweitern. John Elkann (44) aus dem Agnelli-Clan traf sich mit den De-Benedetti-Stammhaltern und legte ein besseres Angebot von über 100 Millionen Euro für 43,8 Prozent an Gedi-Aktien auf den Tisch – mit Erfolg.

Im Sommer wuchs der Anteil der Agnellis an Gedi auf über 90 Prozent. Die Familienholding der Agnellis kontrolliert nun neben dem britischen «Economist» auch die Medientitel der De Benedettis. Carlo De Benedetti gibt nicht klein bei: Er gründete kurzerhand eine liberale Zeitung namens «Domani». Zehn Millionen will er in den Start investieren, weitere zehn Millionen in eine Stiftung, die De Benedettis Anteile übernehmen und das Blatt weiterführen soll.

(Stand: November 2020)

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