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Franziska A. Tschudi Sauber
Quelle: Peter Gerber

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Eines der beiden chinesischen Werke der Weidmann Gruppe steht ausgerechnet in Wuhan, am Ursprungsort der Pandemie: Schon früh im Jahr musste Franziska Tschudi Sauber (61) den Produktionsstandort vorübergehend schliessen, bald darauf auch das zweite Werk in Jiaxing. Dennoch bleibt die Firmenchefin in Bezug aufs laufende Geschäftsjahr optimistisch. «Es lief besser als erwartet.» Dies im gewichtigen Zuliefergeschäft für die Transformatorenindustrie und vor allem in der Medtech-Sparte. So stellt Weidmann unter anderem für ein führendes Pharmaunternehmen hochwertige Kunststoffkomponenten her, die zur Probenvorbereitung, beispielsweise für Covid-19-Tests, benötigt werden. 

«Wir konnten in der Corona-Krise beweisen, was wir alles können», sagt Tschudi Sauber, die das Familienunternehmen in vierter Generation führt. «Wir sind schnell, verlässlich und für unsere Kunden immer ansprechbar.» Der Auftrag dieses Pharmaunternehmens hat zu Nachfolgeaufträgen geführt, sodass Tschudi Sauber nun am Hauptsitz in Rapperswil-Jona einen zweiten Schweizer Produktionsstandort für die Medical-Sparte aufbaut. Als vielversprechend taxiert sie auch ihr Start-up mit der Produktion von mikrofibrillierter Cellulose: Der Zellstoff kann etwa als Stabilisator für Kosmetika verwendet werden. «Wir stehen hier kurz vor der Markteinführung.» 

2020 war auch persönlich ein gutes Jahr für Tschudi Sauber: So erhielt sie den mit 100 000 Franken dotierten «Bonny-Preis für die Freiheit». Sie sei «eine soziale Marktwirtschafterin im besten Sinne», hielt die Jury fest. Und sie denke nicht in Quartalszahlen, sondern in Generationen. 

(Stand: November 2020)

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