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Lara Fritsche-Riparip, Digital Shapers 2023
Quelle: ZVG

PersonLara Fritsche-Riparip

 Mehr als tausend Mädchen haben bei ihr schon programmieren gelernt. Oder zumindest ein erstes Mal geschnuppert. Zunächst nur an Workshops der Organisation GirlsCodeToo, nun zunehmend auch an den Schulen. «Wir starteten dieses Jahr in Genf, gehen dann aber auch in die Deutschschweiz und ins Tessin», sagt Lara Fritsche-Riparip, die den Tag durch für den Bankensoftwarehersteller Avaloq Code verfasst und in der Freizeit dafür sorgt, dass mehr Frauen den Weg in ihren Beruf finden. Seit zwei Jahren tut sie das über GirlsCodeToo.
Fritsche-Riparip ist überzeugt davon, dass Mädchen einen anderen Zugang zum Thema haben als Buben. «Mädchen fühlen sich zu Beginn oft unsicher und wissen nicht recht, wie sie anfangen können», sagt sie. «Die Buben legen einfach mal los, egal wenn dabei auch was kaputtgeht.» In ihrer früheren Tätigkeit als Instruktorin habe sie oft festgestellt, dass das in gemischten Gruppen keine gute Dynamik schaffe.
Sie selbst ist erfolgreiche Quereinsteigerin, denn studiert hatte sie einst Neurobiologie. Zur Programmierung kam sie – wie so viele Wissenschaftler – über das Handling grosser Datenmengen während ihrer Masterarbeit. «Ich habe mir das Coden selbst beigebracht», sagt sie. «Jetzt helfe ich anderen, das Programmieren zu erlernen.»
Sie will dabei die Wahrnehmung des Berufsbilds ändern. Viele dächten bei Programmierern noch immer an Menschen, die einsam in einem Keller ihren Code entwerfen, sagt Lara Fritsche-Riparip: «Dabei ist das meist spannendes Teamwork.» Wichtig sei, den Kindern früh einen Zugang zum Programmieren zu vermitteln. Es gehe dabei weniger um das Erlernen einer spezifischen Programmiersprache, sondern vielmehr um strukturiertes Denken. «Beim Programmieren lernt man, Probleme in Stücke zu zerlegen, um sie zu lösen.» Das sei ein Life Skill, eine Fähigkeit, die jeder brauche. Noch gebe es in ihrer Branche ein starkes Geschlechter-Ungleichgewicht, sagt Fritsche-Riparip. Auch bei ihrem Arbeitgeber Avaloq sei sie Teil einer Minderheit. «Wir leben in einer technologischen Welt, die stark männlich geprägt ist.» Wenn all die Anwendungen jedoch nur von Männern programmiert werden, seien die Frauen auch als Nutzerinnen schlecht repräsentiert, konstatiert Fritsche-Riparip. «Das gilt es zu ändern.»
 

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