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Roche Holding AG Chief Executive Officer Severin Schwan photographed following an interview with Bloomberg journalists at the Canary Riverside Plaza Hotel in Canary Wharf, London on December 6, 2017.Chris J Ratcliffe / Bloomberg
Quelle: Bloomberg

PersonSeverin Schwan

Seit Ausbruch der Corona-Krise sind die grossen Pharmakonzerne und ihre Chefs besonders gefordert. Denn die Produkte aus den Forschungslabors von Big Pharma sollen helfen, einen Ausweg aus der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen zu bieten. Roche ist zwar nicht beim Impfstoffrennen dabei, aber dafür war der Basler Konzern zu Zeiten des Lockdowns einer der ersten, die massenweise Corona-Tests anbieten konnten. Es zeigte sich, dass Roche mit der Abstützung auf die beiden Sparten Pharma und Diagnostika genau richtig positioniert ist. Paradoxerweise musste Roche aber trotz der Verkäufe von Millionen von Tests unter dem Strich im ersten Halbjahr Federn lassen: Allein im Mai brach der Umsatz um 15 Prozent ein. Der Grund: Neben Corona-Patienten wurden in den Spitälern kaum andere Erkrankte behandelt. Roche, sehr stark bei Krebsmedikamenten, setzt ihre Produkte aber zum grossen Teil in Spitälern ab. Immerhin: Seit dem Herbst erholen sich die Umsätze wieder deutlich, und das soll sich auch im vierten Quartal fortsetzen.

Auch in diesen turbulenten Zeiten blieb Schwan wie gewohnt die Ruhe selbst – der gebürtige Österreicher gilt als eher bedächtiger Manager. Seit 2008 ist er schon CEO von Roche und damit einer der amtsältesten Chefs eines Schweizer Grosskonzerns. Ganz vorne liegt er beim Lohn: 15,1 Millionen waren es für 2019. Doch nicht nur bei Roche ist er gefordert – seit 2014 ist er auch im Verwaltungsrat der Credit Suisse, seit 2017 gar als Vizepräsident und Lead Independent Director und damit als Königsmacher im Gremium, unter anderem bei der Neubesetzung des Präsidentenpostens.

Als Mensch ist Schwan bescheiden geblieben, mit Extravaganzen fällt er nicht auf. Er ist dreifacher Vater, lebt in Riehen BS und fährt schon mal mit dem E-Bike zur Arbeit. Inzwischen hat er auch den Schweizer Pass. Schliesslich habe die Familie seit Langem den Lebensmittelpunkt im Land, so Schwan, «wir engagieren uns in der Schweiz, und da gehört auch dazu, dass man wählen gehen kann».

(Stand: Dezember 2020)

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