Jean-Claude Biver kann mit Fug und Recht als Wirbelwind der Uhrenbranche bezeichnet werden. Dem gebürtigen Luxemburger nimmt man ohne Zögern ab, dass er seinen Job aus reinem Spass macht. In einem Bauernhof im Vallée de Joux erlebte der heute 64-Jährige, wie sich die Uhrenindustrie nach der schweren Krise der achtziger Jahre wieder zu ungeahnten Höhenflügen aufschwang. Biver arbeitete zunächst bei Audemars Piguet, fiel dann bei Omega durch sein Marketing-Geschick auf. Zum Wiederaufstieg der Uhrenbranche trug er entscheidend bei, indem er zwei brachliegende Marken, zunächst Blancpain, dann Hublot, weltberühmt und rentabel machte. Blancpain existierte nur noch als Name, als Biver die Marke 1981 für ein paar tausend Franken kaufte. Hublot dümpelte vor sich hin. Blancpain verkaufte er 1992 an die Swatch Group, Hublot 2008 an LVMH. Seither amtet er dort nur noch als VR-Präsident.

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Doch Jean-Claude Biver kommt nicht zur Ruhe. Im Oktober machte er wieder von sich reden, als er sein Interesse an einem Kauf der welschen Zeitung «Le Temps» bekanntgab, nachdem Ringier und Tamedia angekündigt hatten, sich von ihren Anteilen zu trennen. Geld verdienen dürfte der Unternehmer (sein Vermögen wird auf 100 bis 150 Millionen Franken geschätzt) damit kaum: «Gewinn ist sekundär. Ich mache es eher als Sponsor der Region. Es ist soziale, wirtschaftliche, politische Verantwortung. Es ist etwas Patriotisches!», so Biver. Am Ende seiner Karriere müsse man etwas vom Erreichten weitergeben.

Alljährlich zelebriert Biver den Alpabzug der Kühe, die er nebst einem Hof oberhalb von Vevey besitzt. Er dürfte der einzige Uhrenbaron sein, der im Nebenerwerb Käse produziert. Rund fünf Tonnen sind es jedes Jahr.

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