Über 13 Kilometer Seeanstoss, ein 800 Jahre altes Schloss und 15'000 Rosenstöcke. Rapperswil-Jona am Zürichsee ist schön, besonders im Sommer – und schon bald die neue Heimat für Michail Chodorkowski. Der kürzlich aus langer Haft entlassene Kreml-Kritiker will sich im Kanton St. Gallen niederlassen. Hier gehen seine zwei Söhne in die Schule, auch seine Frau lebt schon länger in St. Gallen.

Tatsächlich ist Rapperswil-Jona mit seinen 26'000 Einwohnern ein schönes Fleckchen Erde. Bekannt für niedrige Steuersätze ist der Ort hingegen weniger. Zwar rühmt sich die Stadt, zu den steuerlich attraktivsten Gemeinden im Kanton zu gehören.

Nachbarkantone sind steuerlich attraktiver

Doch eine im vergangenen November veröffentlichte Studie der Universität St. Gallen im Auftrag des Finanzdepartements des Kantons kommt zu teils ernüchternden Ergebnissen. Gegenüber den Vorjahren habe St. Gallen nach einer Erhöhung des Steuerfuss' insgesamt an Attraktivität eingebüsst.

Die steuerliche Belastung von Vermögen ist im schweizweiten Vergleich generell hoch: «Die Nachbarkantone weisen fast durchgehend tiefere Vermögenssteuerbelastungen aus als der Kanton St. Gallen», heisst es dort. Immerhin: Bei der Besteuerung von Einkommen sei der Kanton für sehr gut Verdienende dann doch wieder «attraktiv».

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Spekulationen über heutiges Vermögen

Der frühere Oligarch Chodorkowski wurde im Ölgeschäft zum Milliardär. 2004 galt er mit einem geschätzten Vermögen von 15,2 Milliarden Dollar als reichster Russe und einer der reichsten Menschen weltweit. Über Chodorkowskis heutiges Vermögen gibt es nur Spekulationen. Mit dem prominenten Russen dürfte Rapperswil-Jona aber sicher einen sehr potenten Steuerzahler gewinnen.

(mit Material von sda)