Es ist ein offenes Geheimnis: Ohne Pflege- und Medizin-Personal aus dem Ausland wäre die Schweizer Gesundheitsversorgung in einem desolaten Zustand. In der Covid-19-Krise wurde es besonders augenfällig: Da scheiterte die Idee, die Grenzen des Tessins zur Lombardei vollends zu schliessen, alleine schon an der Aussicht, dass dann die Gesundheitsversorgung einbrechen würde – falls die Fachkräfte aus Italien ausblieben.

Doch wie stark ist diese Abhängigkeit? Das wollte der Tessiner SVP-Nationalrat Piero Marchesi nach dem Schock dieses Frühjahrs vom Bundesrat wissen. Nun liegen die Daten zu Marchesis Anfrage vor, die Branchenplattform «Medinside» hat sie veröffentlicht.

Und es zeigt sich: 36 Prozent der Ärztinnen und Ärzte im Land haben einen ausländischen Pass; bei den Pflegefachpersonen liegt die Quote ebenfalls bei 36 Prozent; in der Kategorie «sonstiges Pflegepersonal» beträgt der Anteil 27 Prozent.

Die nationalen Daten überdecken allerdings, dass die Abhängigkeit in einigen Kantonen sehr krass ist. Ohne Verstärkung aus dem Ausland würde beispielsweise im Thurgau, in Appenzell-Ausserrhoden, St. Gallen und Schaffhausen die Hälfte der ärztlichen Versorgung ausfallen. 

Noch deutlicher ist es in der Pflege: In einzelnen Kantonen – zumal in der Romandie und im Tessin – stellen ausländische Fachleute und Grenzgänger eine grosse Mehrheit des benötigten Personals.  

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(rap)