Mehr als 50 Menschenrechtsanwälte und Aktivisten werden nach Angaben von Amnesty International (AI) in China vermisst. Die Betroffenen seien im Zuge einer landesweiten Razzia in den letzten 48 Stunden «inhaftiert worden, verschwunden oder von der Polizei vorgeladen worden», berichtete die Menschenrechtsorganisation.

«Negative kulturelle Einflüsse»

Experten zufolge stehen die Verhaftungen möglicherweise in Zusammenhang mit einem Anfang des Monats verabschiedeten Sicherheitsgesetz. Das nur vage formulierte Gesetz erlaube dem Staat, «alles Notwendige» zu unternehmen, um seine Souveränität zu schützen und fordere zur Abwehr «negativer kultureller Einflüsse» auf, sagte der AI-Chinaexperte William Nee.

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Unter den Vermissten befinden sich mindestens fünf Mitarbeiter der Pekinger Anwaltskanzlei Fengrui, wie Kollegen auf Twitter mitteilten. Die Kanzlei, die sich regelmässig sensibler Menschenrechtsfälle annimmt, hatte unter anderem die chinesische «Zeit»-Journalistin Zhang Miao verteidigt, die wegen ihrer Berichterstattung über pro-demokratische Demonstrationen in Hongkong festgenommen worden war.

(sda/chb)