Seit seinem Antritt als Chef von Breitling 2017 hat Georges Kern den Grenchner Uhrenhersteller ziemlich radikal umgebaut. Er befreite die Marke vom früheren Macho-Image und brachte sie neu als «retro-modern» heraus. Nun will der Unternehmer auch einem politischen Brand einen neuen Look verpassen.

Der Breitling-Mitbesitzer sitzt neu im Vorstand der Zürcher GLP. In der elfköpfigen Kantonsparteileitung ist Kern verantwortlich für die Ressorts Fundraising und Markenaufbau. Eines seiner Ziele: «Die Partei sollte sich wirtschaftsfreundlicher profilieren», sagte er in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung»

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Georges Kern: Wirtschaftsverbände sind «nur begrenzt glaubwürdig»

«Wir müssen wieder erklären, wie wichtig es ist, dass es der Wirtschaft gut geht», betonte Kern im Interview – und predigt damit das Mantra von Wirtschaftsverbänden wie Economiesuisse und Avenir Suisse. Aber genau diese Verbände kritisierte er ziemlich unverfroren: Deren Aussagen seien «oft zu technokratisch», als Absender seien die Verbände «vielleicht auch nur begrenzt glaubwürdig».

Und weiter: «Unternehmer reden eine andere Sprache als Funktionäre und Politiker. Oft fehlen eine praktische und holistische Sicht der Dinge und eine vorausschauende Planung.» Ein Unternehmer arbeite zukunftsgerichtet mit Drei- oder Fünfjahresplänen, so Kern. «Ich will als Unternehmer ja nicht ins Leere laufen, sondern einer klaren Strategie folgen.» 

Lösung für Streit zwischen Schweiz und EU gefordert

In seinen weiteren Ausführen nannte der nun politisierende Uhrenbaron, für welche drängenden Probleme die Schweiz aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage neue Lösungen finden müsse. Es brauche Antworten auf Fragen zur Neutralität und einer möglichen Annäherung an die Nato sowie zur weiterhin angespannten Beziehung zur EU. Und – für ein GLP-Mitglied zentral – zum Klimawandel.

(mth)