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Georges Kern, chief executive officer of Breitling SA, poses for a photograph in Hong Kong, China, on Thursday, Feb. 1, 2018. The Swiss watchmaker plans to launch a new website mid-year to sell secondhand watches, Kern said. Photographer: Anthony Kwan/Bloomberg via Getty Images
Quelle: Bloomberg/Getty Images

PersonGeorges Kern

Georges Kern hat den Grenchner Uhrenhersteller Breitling in vier Jahren radikal umgebaut. Er befreite die Marke vom Macho-Image, das ihr zuletzt anhaftete. Nicht indem er sie neu erfand, sondern indem er sich im Archiv der 137-jährigen Firma bediente, die Marke zeitgeistig aufbereitete und als «modern-retro» (Wortschöpfung Kern) sowie marketingtechnisch von A bis Z durchkomponiert neu herausbrachte. Mit Erfolg: Der Umsatz kletterte von 400 Millionen auf 700 Millionen Franken und soll nun mindestens eine Milliarde erreichen, denn Kerns erklärtes Ziel ist, es als «coole Alternative zu den traditionellen Luxusmarken» von Rang  11 der grössten Schweizer Uhrenmarken unter die Top  5 – den Umsatzmilliardären Rolex, Omega, Cartier, Audemars Piguet und Patek Philippe – zu schaffen.

Das grösste Potenzial sieht Kern in China, wo die Uhrenmarke aus Grenchen ein Neuling ist. 40 Verkaufsstellen hat er dort inzwischen eröffnet, 200 sollen es werden. Das Geld dafür hat er: Bei einer Finanzierungsrunde im Oktober hat die Schweizer Partners Group dem bisherigen Breitling-Besitzer, dem britischen Finanzinvestor CVC, einen «signifikanten Minderheitsanteil» abgekauft. Wie viel für wie viel, wurde nicht offiziell kommuniziert, kolportiert werden 25  Prozent. Verrechnet mit den drei Milliarden Franken, mit denen Breitling im Vorfeld des Deals taxiert worden war, sind der Firma damit rund 750 Millionen Franken zugeflossen. CVC behält bis auf Weiteres Mehrheit und Kontrolle und gilt auch als Mastermind von Plan B, der nun gilt: Statt den Uhrenhersteller für den Verkauf an einen Konzern wie LVMH oder Richemont fit zu machen, wird Breitling als erste einzelne Luxusuhrenmarke an die Börse gebracht werden, falls Kern das Geschäft in den kommenden drei, vier Jahren weiterhin so kraftvoll entwickeln kann.

Zuzutrauen ist es ihm. Wenn es einer versteht, Uhrenmarken mit grosser Geschichte, aber aus der Zeit gefallenem Esprit neu aufzuladen, dann er. Vor Breitling gelang ihm das schon bei TAG Heuer und IWC – im Angestelltenverhältnis. Bei Breitling ist er Miteigentümer. Sein Anteil am Unternehmen ist 120  Millionen Franken wert. Und wird sich am Ende von Plan B vervielfachen.

(Stand: Dezember 2021)

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