1. Home
  2. Buh-Rufe: Eklat im Kantonsrat wegen Affäre Mörgeli

Affäre Mörgeli
Buh-Rufe: Eklat im Kantonsrat wegen Affäre Mörgeli

Bernhard Egg: «Wir sind hier in einem Parlament und nicht in einem Sauhaufen.» (Bild: Keystone)

Rote Köpfe im Zürcher Kantonsrat. Ein Mitglied der SVP setzte zu einer nicht enden wollenden Schimpftirade an. Dann hagelte es Buhrufe, bis der Ratspräsident den «Sauhaufen» zur Räson brachte.

Veröffentlicht am 12.11.2012

Die Affäre Mörgeli hat am Montag im Zürcher Kantonsrat die Wogen hochgehen lassen. SVP-Kantonsrat Hans-Peter Amrein (Küsnacht) setzte bei der Debatte über den Universitäts-Jahresbericht zu einem hitzigen Monolog an, den er auch nach Ablauf der Redezeit nicht beenden wollte.

Obwohl Ratspräsident Bernhard Egg (Elgg) die Glocke läutete und ihn zum Schweigen aufforderte, setzte Amrein seine Schimpftirade gegen die Universitätsleitung, gegen Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) und gegen Christoph Mörgelis ehemaligen Chef, Flurin Condrau, fort.

Die anderen Parlamentarierinnen und Parlamentarier reagierten anfangs belustigt auf den Monolog, versuchten Amrein dann aber mit Buh-Rufen und Pfiffen zum Schweigen zu bringen. Ruhiggestellt wurde er allerdings erst durch den Ratspräsidenten, der ihm offiziell das Wort entzog. «Wir sind hier in einem Parlament und nicht in einem Sauhaufen.» Der Jahresbericht wurde schliesslich genehmigt.

156'000 Franken Schadenersatz gefordert

Gestern wurde bekannt, dass Christoph Mörgeli von der Universität Zürich 156'000 Franken Schadenersatz fordert. Sein Hauptziel sei jedoch, die Kündigung rückgängig zu machen.

Mörgelis Anwalt Manfred Küng bestätigte eine Meldung der Zeitung «Sonntag». Im Rekurs an die Rekurskommission der Zürcher Hochschulen begründet Küng die finanzielle Forderung damit, dass die berufliche Karriere von Mörgeli durch die Kündigung zerstört und seine wissenschaftliche wie auch politische Karriere beschädigt werde.

Daher sei eine Abfindung auf das Maximum von 14 Monatslöhnen festzusetzen, gemäss den Entschädigungen für eine missbräuchliche Kündigung nach Obligationenrecht. Dies entspricht 109'200 Franken. Ausserdem fordert Küng für seinen Mandanten eine Entschädigung in Höhe von sechs Monatslöhnen oder 46'800 Franken.

Küng hat auch Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich eingereicht. Mörgeli war im September von der Universität Zürich entlassen worden. Als Gründe führt die Universität ungenügende Leistungen und illoyales Verhalten an. Mörgeli sieht sich jedoch als Opfer eines politischen Komplotts.

(chb/tke/sda)

Anzeige