Der chinesische Schauspiel- und Pop-Star Lu Han will nicht mehr mit Audemars Piguet zusammenarbeiten. Er war seit 2018 Werbebotschafter («Ambassador») der Schweizer Uhrenmarke. Doch laut einem Statement, das er auf Chinas grosser Social-Media-Plattform Weibo veröffentlichte, ist nun Schluss damit – weil «unstatthafte Kommentare der Marke Audemars Piguet das Ein-China-Prinzip ernsthaft verletzen». Dies meldet «Business of Fashion».

Das Fachmedium zitiert zugleich ein Statement des Studios von Lu Han, welches den Abbruch der Beziehungen ebenfalls verkündet. Im Hintergrund steht offenbar ein älteres Interview des Audemars-Piguet-CEO: François-Henry Bennahmias hatte im Mai 2018 gegenüber «Watchonista» lobende Worte für Taiwan gefunden – «ein ultra-modernes High-Tech-Land» –, und er hatte dabei erwähnt, dass er auf der Insel eine Rede vor Studenten gehalten hatte.

«Sorry...»

Diese Worte wurden in den letzten Tagen von einer Troll-Menge auf den chinesischen Sozialen Medien auf- und angegriffen. Und das wiederum verleitete Lu Han – ein Superstar im Reich der Mitte – zum Rückzug. Der junge Mann verlangte offenbar, dass die Schweizer sich auf allen ihren Plattformen auf Englisch und Mandarin für den vermeintlichen Fauxpas entschuldigen.

China pocht darauf, dass die selbstverwaltete Insel Teil seines Territoriums sei. Verweise auf Taiwan als eigenständiges Land werden vom Regime in Peking als Angriff auf Chinas Souveränität angesehen.

Die Schweizer Uhrenfirma hat inzwischen ein Statement veröffentlicht und den Kotau gemacht: «Wir entschuldigen uns zutiefst für die jüngste falsche Stellungnahme. Audemars Piguet unterstützt immer die Ein-China-Politik und die nationale Souveränität und territoriale Integrität von China

Mea maxima culpa: Wie Konzerne in China um Vergebung bitten — Von Apple bis UBS: Es gibt Dutzende Beispiele, wie sich westliche Firmen in China der Political Correctness fügen, die dort diktiert wird.

(sas, rap)