EU-Vertreter schiessen kraftvoll gegen Libra. Der Name steht für eine neue, digitale, preisgünstige Transaktionsplattform auf Basis von Facebook. Die EU-Kommission glaubt, Libra könne den Wettbewerb gefährden.

Ein Direktor der Europäischen Zentralbank sagte, Libra könnte zur Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung und Steuerhinterziehung missbraucht werden. Auch gefährde Libra den Datenschutz, die Cybersicherheit und Währungsstabilität.

Ihre Argumente klingen hohl, denn all die Gefahren könnten bestehenden Zahlungssystemen ebenso angelastet werden wie Libra: Finanznetze können gehackt werden. Mittels Kreditkarten und Konten können bereits heute der Terror finanziert, schmutziges Geld gewaschen und Steuern hinterzogen werden.

Und Banken, vor allem im Ausland, analysieren schon heute Kontodaten fürs Marketing. Damit unterlaufen sie den Datenschutz. Währungen schwanken seit Jahr und Tag.

Am hohlsten aber klingt der Vorwurf der Wettbewerbsbeschränkung. Im Gegenteil: Libra wird das Finanzmonopol der Banken, das Transaktionsmonopol von Swift, das Kreditkartenduopol von Mastercard und Visa und das Währungsmonopol der Amerikaner mit ihrem US-Dollar als Quasi-Weltwährung knacken.

Mit Libra dürften die überhöhten Überweisungsgebühren von Western Union und Co. endlich verschwinden. Libra bringt Milliarden Migranten Hoffnung, die keinen festen Job und deshalb kein Bankkonto haben. Eigentlich sollten NGO sich mit Verve gegen die billige Kritik der EU-Minister und Nationalbanken wehren.

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