Die Politik der linken Städte ist Schmarotzer-Politik! Sie sind Weltmeister darin, das Geld auszugeben, das andere verdient haben.» Hoppla. So hallt die Behauptung von SVP-Präsident Marco Chiesa dieser Tage durchs Land.

Nach dem Nein zum CO₂-Gesetz, als das Land die Stadt ausgedribbelt hat, will er aus Emotionen Kapital schlagen.

Eigentlich ist es umgekehrt. Das Land profitiert stärker von Einkommen der Städte als umgekehrt. Dies gilt in vielen Dossiers. Hart festmachen kann man es am Finanzausgleich. Die 18 Bedürftigen sind Landkantone. Sie leben von der Wirtschaftskraft von Genf, Basel-Stadt und Zürich.

Auf dem Land wird der ÖV pro Kopf stärker subventioniert als in der Stadt. Die Autobahnen, die man baute, um das Land an die Städte anzubinden, kosten je Nutzer weit mehr als die dicht befahrenen städtischen Strassen. Aufs Land fliessen Milliarden Subventionen für die Agrarwirtschaft.

Ein Grossteil der Strassen und Brücken in den Alpen wurde durch die Stromwirtschaft und durchs Militär gebaut.

Bezahlt haben es städtische Stromkonsumenten und der Bund. Seine bedeutendsten Steuerzahler sind Grosskonzerne. Die allermeisten KMU auf dem Land zahlen wenig bis keine Steuern.

Grosse Steuerzahler des Bundes sind auch Gutverdienende. Diese wohnen in Städten und ihren Vororten. In Küsnacht, Erlenbach, Kilchberg, Baar, Kastanienbaum, Montreux, Nyon oder Paradiso.

Und vor allem aber: Es braucht beides, Stadt und Land, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen und gemeinsam für Jobs und Wohlstand sorgen.