«In Israel sieht man, dass Reinfektionen bei Geimpften recht häufig werden können», sagte Münz im am Dienstag veröffentlichten Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Zwar brauche es in der Regel wahrscheinlich ein Jahr oder mehr, bis der Immunschutz bei Geimpften derart stark abfalle, dass eine schwere Erkrankung möglich werde.

Doch besonders bei älteren Menschen könne es aber früher soweit sein. «Für ältere Leute, die Januar bis März geimpft wurden, wäre es empfehlenswert, wenn diese vor dem Winter mit einer dritten Dosis geimpft würden», sagte Münz. 

Um die 10 bis 20 Prozent der Geimpften zu erreichen, bei denen die Immunantwort zu tief sei, hält Münz für ab 65-Jährige eine eine dritte Impfdosis bereits für gerechtfertigt. Er rät deshalb zu Vorbereitungen, damit im September oder Oktober geimpft werden kann. Auch für Risikogruppen bräuchte es eine Auffrischungsimpfung.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) klärt zurzeit ab, ob und wann dritte Impfdosen verabreicht werden. Dies sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, Mitte August vor den Medien.

(sda/tdr)