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Pässe
Ex-US-Bürgern droht lebenslange Einreisesperre

Passkontrolle am Flughafen von Chicago: Für Ex-US-Bürger bald kein Durchkommen mehr? (Bild: Keystone)

US-Politiker nehmen ehemalige Landsleute ins Visier: Wer auf die amerikanische Staatsbürgerschaft verzichtet, um Steuern zu sparen, soll seine Heimat niemals wiedersehen.

Veröffentlicht am 26.06.2013

Nirgends auf der Welt geben so viele Doppelbürger ihren amerikanischen Pass auf wie in der Schweiz - das sagte US-Botschafter Donald S. Beyer im Herbst 2012 der «Handelszeitung». Denn Bürger der Vereinigten Staaten müssen in der Heimat lebenslang Steuern zahlen, auch wenn sie dort gar nicht mehr leben. Wohl prominenteste Amerikanerin, die ihren Pass abgab, ist Tina Turner. Sie ist nur noch Bürgerin von Küsnacht ZH.

Doch nun soll ehemaligen Amerikanern, die ihren Pass aus Steuergründen abgegeben haben, künftig die Einreise in die USA verweigert werden. Das fordern die demokratischen Senatoren Jack Reed und Chuck Schumer - und wollen die  Immigrationsgesetzgebung entsprechend ergänzen, wie Reed auf seiner Homepage erklärt.

«Die amerikanische Staatsbürgerschaft ist ein Privileg», schreibt der Senator. «Aber es scheint, dass einige wenige Privilegierte versuchen, das System auszutricksen, indem sie Reichtum anhäufen und von der Grösse der Vereinigten Staaten profitieren und dann auf ihre Staatsbürgerschaft verzichten, um ihren gerechten Anteil an Steuern nicht zahlen zu müssen.»

Lukratives Geschäft mit neuen Pässen

«20 Minuten» berichtete in der Schweiz zuerst über die Forderung der Senatoren. Das Gratisblatt schreibt auch, unter welchen Bedingungen ehemalige US-Bürger laut dem Vorschlag betroffen sein sollen: «Sie haben in den letzten fünf Jahren vor ihrer Auswanderung respektive der Rückgabe ihres Passes eine jährliche Steuerbelastung von über 155'000 Dollar gehabt, sie besitzen mindestens 2 Millionen Dollar Vermögen und/oder sie haben in den letzten fünf Jahren ihre Steuerpflicht verletzt.» Neben des Einreiseverbotes sei für sie auch eine Einmalstrafe vorgesehen.

Derweil interessieren sich auch Schweizer Finanzhäuser für die Passfrage, wie die «Handelszeitung» im Sommer 2012 zeigt: Da es für sie fast unmöglich geworden ist, das Geld reicher Amerikaner zu verstecken, besorgen sie ihnen mit Hilfe von Spezialisten einen neuen Pass.

(tno/se)

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