Gegen eine Covid-Zertifikats-Pflicht spricht sich der Schweizerische Fitness- und Gesundheitscenter Verband aus. Die vom Bundesrat am Mittwoch in die Vernehmlassung gegebenen Vorschläge seien lückenhaft, und die finanziellen Konsequenzen würden neue Härtefallzahlungen erfordern, da mit einem Umsatzverlust von 40 Prozent zu rechnen wäre.

Seine Branchen hätten gemäss letztem Branchenreport im letzten Jahr 1,4 Milliarden Franken Umsatz gemacht, so dass mit einem Gesamtschaden pro Jahr von 560 Millionen Franken zu rechnen sei, schreibt der SFGV in einer Mitteilung vom Sonntagabend weiter.

«Finanzieller Abgrund»

Der Verband warnt vor einem finanziellen Abgrund: Die Zeit von März 2020 bis Sommer 2021 sei geprägt gewesen von einem Umsatzverlust je nach Unternehmen von 20 bis 50 Prozent. Damit könnten die Fixkosten nicht mehr gedeckt werden. Mit der geplanten Zertifikats-Pflicht breche der Umsatz noch einmal um 20 bis 40 Prozent ein, weil die nicht geimpften Kundengruppen nicht mehr würden trainieren können und ihren Vertrag kündigen und nicht mehr erneuern würden, warnt er.

Das werde zum Konkurs der Unternehmungen führen, schreibt der Verband weiter. Nur eine sofortige staatliche Hilfe in Form von nicht rückzahlbaren Beiträgen für die ungedeckten Kosten könnten dies verhindern.

Als Sofortmassnahme, bis die Bedingungen für die nicht rückzahlbaren Beiträge definiert sind, müssten Liquiditätshilfen vorgesehen werden - also eine Neuauflage der Covid-19-Kredite, die dann mit den nicht rückzahlbaren Beiträgen für die ungedeckten Fixkosten verrechnet werden, fordert der Verband.

(sda – rap)