1. Home
  2. Politik
  3. Frankreichs Favorit Macron und seine Glamour-Gattin

Wahl
Frankreichs Favorit Macron und seine Glamour-Gattin

Emmanuel Macron ist der nächste französische Präsident. Seine heutige Frau lernte er mit 15 Jahren kennen - sie war Lehrerin an seiner Schule.

Veröffentlicht am 02.03.2017

Brigitte Macron ist ohne jeden Zweifel die ungewöhnlichste Politikergattin Frankreichs. Sie ist nicht nur knappe 25 Jahre älter als der neue französische Präsident Emmanuel Macron – sie war in Schulzeiten auch seine Lehrerin.

Kein Wunder, dass von dem Paar eine gewisse Faszination ausgeht und die People-Medien begeistert ist vom Gespann. Die 63-Jährige war im Wahlkampf des Politik-Jungstars allgegenwärtig – und ist nun Frankreichs Première Dame werden.

Dauerbrenner in der Klatschpresse

In der Klatschpresse ist das Paar schon seit Monaten ein Dauerbrenner. «Paris Match», das bekannteste aller französischen People-Magazine, brachte den 39-jährigen Mittepolitiker und seine Frau in weniger als einem Jahr vier Mal auf sein Cover – in feiner Garderobe im Innenhof des Elysée-Palasts, bei einem Herbstspaziergang in Paris, aber auch in Badekleidung in den Sommerferien.

Der französischen Öffentlichkeit bekannt wurde Brigitte Macron, als sie ihren Mann 2015 auf einen Empfang im Präsidentenpalast begleitete. Die Franzosen staunten nicht schlecht über die Ehe des damaligen Wirtschaftsministers mit einer Frau, deren Kinder so alt sind wie er und die bereits mehrfache Grossmutter ist.

In der Schule kennengelernt

Grossmütterlich aber tritt die Politikergattin, Spitzname «Bibi», beileibe nicht auf: Die blonde, schlanke und braungebrannte Mittsechzigerin mit dem breiten Lächeln ist bekannt für ebenso totschicke wie körperbetonte Garderobe. Manch einer lästert, sie übertreibe es mit kurzen Kleidern und hohen Absätzen ein wenig.

Die ungewöhnliche Beziehung der beiden begann am Jesuitengymnasium La Providence in Macrons nordfranzösischer Heimatstadt Amiens. Er war damals 15 Jahre alt und besuchte einen Theaterkurs, den die Französischlehrerin, verheiratet und Mutter von drei Kindern, leitete.

Im folgenden Schuljahr überarbeiteten beide gemeinsam ein Theaterstück für eine Aufführung. «Das Schreiben hat uns jeden Freitag zusammengebracht und eine unglaubliche Nähe ausgelöst«, beschrieb Brigitte Macron die Anfänge der Beziehung später in «Paris Match». «Ich spürte, dass ich ins Gleiten gerate, und er auch.»

«Ich werde Sie heiraten»

Natürlich war eine solche Beziehung undenkbar, erst Recht in der Provinzstadt Amiens. Die Lehrerin, die als geborene Trogneux aus einer angesehenen Chocolatiers-Familie stammt, überzeugte ihren verliebten Schüler, Amiens zu verlassen und an das Pariser Elitegymnasium Henri IV zu wechseln. Beide blieben aber in engem Kontakt. Mit 17 Jahren soll Macron versprochen haben: «Egal, was Sie tun: Ich werde Sie heiraten.»

2007 war es so weit: Macron, inzwischen bei der prestigeträchtigen Finanzinspektion, heiratete die von ihrem ersten Ehemann geschiedene Brigitte. In den folgenden Jahren begleitete sie die steile Karriere ihres Mannes.

Wichtigste Beraterin von Macron

Im aktuellen Wahlkampf ist Brigitte Macron, die ihren Lehrerjob an den Nagel gehängt hat, allgegenwärtig, sitzt bei Veranstaltungen in der ersten Reihe. Sie ist eine wichtige Beraterin ihres Mannes, bereitet seine Auftritte vor, feilt an seinen Reden. Manchmal wirkt es, als sei sie noch immer seine Lehrerin.

«Glücklicherweise habe ich sie nie dafür bezahlt», witzelte Macron kürzlich – eine Spitze gegen seinen konservativen Rivalen François Fillon, der durch eine Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Frau Penelope unter Beschuss geraten ist. Mit Brigitte hat Macron eine wichtige Stütze. Ausserdem stärkt die ungewöhnliche Beziehung seinen Nimbus als Mann, der sich nicht um Konventionen schert.

Humor und Nonchalance

Als er sich kürzlich mit Gerüchten konfrontiert sah, er sei in Wirklichkeit schwul, erwiderte er ironisch, ein heimliches Doppelleben sei gar nicht möglich – schliesslich verbringe er die ganze Zeit mit Brigitte.

Freunden soll diese einem Magazin zufolge spasshaft gesagt haben, ihr Mann müsse unbedingt diese Präsidentschaftswahl gewinnen – bei der nächsten in fünf Jahren wäre es wegen ihres Alters zu spät: «Emmanuel muss es jetzt schaffen. Stellt euch nur vor, wie ich 2022 aussehen werde.»

(sda/me/cfr)

Anzeige