Dieser Sieg ist einer, den sich keiner wünscht: Wer mit dem «Public Eye Award» ausgezeichnet wird, hat als Unternehmen «besonders üble Vergehen an Mensch und Umwelt» begangen. Mit dem Preis sollen besonders schwerwiegende Verletzungen von Menschenrecht, Umweltzerstörung oder Korruption öffentlich angeprangert werden.

Die Anti-Auszeichnung wird seit zehn Jahren auf einer Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum (WEF) verliehen – und am morgigen Freitag soll es der ultimative Schmähpreis werden. Zum letzten Mal werden Greenpeace und die Erklärung von Bern ein Unternehmen auszeichnen, dass sich nach Meinung der Öffentlichkeit durch besonders verantwortungslose Firmenpolitik hervorgetan hat.

Glencore ebenfalls nominiert

Nominiert sind nur Konzerne, die bereits einmal mit dem Negativpreis bedacht wurden. Aus einer Liste von sechs Unternehmen von Chevron bis Walmart (siehe Bildergalerie), wurde bis heute in einer Abstimmung auf der Homepage www.publiceye.ch der Sieger gewählt. Am Freitag wird der Gewinner des «Public Eye Lifetime Award» an einer Pressekonferenz in Davos bekanntgegeben. Zu den Kandidaten gehört auch der Schweizer Rohstoffriese Glencore.

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Die «Public Eye Konferenz» ist 2001 als Gegenveranstaltung zum WEF entstanden, prominente Sprecher wie Menschenrechtlerin Mary Robinson oder Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz haben dort Vorträge gehalten. Seit 2005 wurde der «Public Eye Award» vergeben. Im letzten Jahr erhielten Gazprom und Gap die zweifelhafte Auszeichnung.

(me/gku)