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Fifa-Skandal
Jetzt hat Beckenbauer die Schweizer Justiz am Hals

Bild aus besseren Tagen: Franz Beckenbauer und Joseph Blatter an der Ballon d'Or-Gala. Keystone

Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen der WM-Vergabe nach Deutschland gegen «Kaiser» Franz Beckenbauer. Es geht auch um mutmassliche Geldwäscherei. Drei andere Prominente stehen zudem unter Verdacht.

Veröffentlicht am 01.09.2016

Die Bundesanwaltschaft (BA) ermittelt in einem Strafverfahren gegen Franz Beckenbauer und drei weitere hohe Funktionäre des Deutschen Fussball-Bundes (DFB). Sie werden des Betrugs, der Geldwäscherei, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Veruntreuung beschuldigt. Das Strafverfahren steht im Zusammenhang mit der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland 2006, wie die BA am Donnerstag mitteilte. Beschuldigt sind neben Beckenbauer als OK-Präsident der WM auch sein Vize Horst Rudolf Schmidt, sowie die ehemaligen DFB-Präsidenten, Theo Zwanziger und Wolfang Niersbach.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht laut Bundesanwaltschaft die Mitfinanzierung einer Galaveranstaltung in der Höhe von sieben Millionen Euro, die später auf 6,7 Mio. herabgesetzt worden war. Die vier Beschuldigten sollen die anderen Mitglieder des Organisationskomitees «durch Vorspiegelung und Unterdrückung von Tatsachen» über die Verwendung von 6,7 Millionen Euro «arglistig irregeführt haben».

Strafverfahren seit Monaten in Gang

Sie hätten sie im Glauben gelassen, dass die Gelder für eine Galaveranstaltung verwendet worden seien. Stattdessen habe die Summe für die Tilgung einer Schuld gedient, «die nicht durch den DFB geschuldet war.» Das Strafverfahren gegen die vier Beschuldigten läuft bereits seit dem 6. November 2015. Am Donnerstag führte die BA zusammen mit den zuständigen Behörden Österreichs und Deutschlands an insgesamt acht Orten zeitgleich Hausdurchsungen durch. Ausserdem seien verschiedene Beschuldigte einvernommen worden.

(sda/mbü/ama)

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