Werner Hösli (SVP) und Thomas Hefti (FDP) bilden das neue Glarner Gespann im Ständerat. Hösli wurde seiner Favoritenrolle gerecht und entschied am Sonntag die Ersatzwahl um die Nachfolge des schwer erkrankten This Jenny (SVP) für sich. Bei den Parlamentswahlen schafften die Grünliberalen den Sprung in den Landrat.

Werner Hösli aus Haslen holte bei der Ersatzwahl in den Ständerat 4221 Stimmen. Auf den weiteren Plätzen folgten Landrat Karl Stadler aus Schwändi von den Grünen mit 2294 Stimmen sowie der ehemalige Glarner Staatsanwalt Stefan Müller aus Näfels von der CVP mit 2058 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 35 Prozent.

Hösli, ehemaliger Kantonsparlamentarier (Landrat) und beruflich als Leiter des Alterszentrums in Schwanden tätig, hatte schon im ersten Wahlgang am 18. Mai geführt, aber das absolute Mehr verfehlt. Beim Wahlgang am Sonntag zählte das relative Mehr.

Der 52-jährige Hösli vertritt den Kanton Glarus zusammen mit Thomas Hefti von der FDP im Ständerat. Hefti war erst im Januar gewählt worden, als Ersatz für Pankraz Freitag, der Anfang Oktober letzten Jahres völlig überraschend im Alter von erst 60 Jahren verstorben war.

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Nachfolger für This Jenny

Werner Hösli ersetzt This Jenny (SVP), der im Februar wegen einer schweren Magenerkrankung alle politischen Ämter niedergelegt hat. Parteipolitisch brachten die beiden Ersatzwahlen keine Änderung, die Glarner Ständeratsmandate bleiben in FDP- und SVP-Hand.

Er freue sich, den Kanton Glarus in Bern zu vertreten, sagte Hösli der Nachrichtenagentur sda am Sonntag nach geschlagener Schlacht. Mit seinem Partner, Thomas Hefti, werde er gut harmonieren.

Vom Ausmass seines Sieges zeigte sich der Gewählte etwas überrascht. Er sei ein Mann aus dem Volk, das nun offenbar seine Wertschätzung für seine politische und berufliche Arbeit zum Ausdruck gebracht habe, sagte Hösli weiter.

Von einer Genugtuung für die 2008 verlorene Regierungsratswahl wollte Hösli nicht sprechen. Sein Leben sei in Ordnung, er müsse keine Vergangenheitsgefühle aufarbeiten.

GLP neu im Landrat

Bei den Wahlen in den 60-köpfigen Landrat eroberten die Grünliberalen am Sonntag zwei Mandate und sind neu im Kantonsparlament vertreten. Die Sitzgewinne erfolgten auf Kosten von BDP und SP.

Die Sitzverteilung im Glarner Landrat für die nächste, vierjährige Legislaturperiode sieht so aus: SVP 17 Mandate ( - ), FDP 12 ( - ), BDP 9 (-1), SP 7 (-1), Grüne 7 ( - ), CVP 6 ( - ), GLP 2 (+2).

Fraktionsstärke erreichte die GLP nicht, dafür wären fünf Mandate nötig gewesen. Von den arrivierten Parteien konnte nur die SVP ihre Wähleranteile steigern, und zwar von 26,5 auf 28,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 32,3 Prozent und war fast identisch mit jener vor vier Jahren.

Der neue Landrat setzt sich aus 50 Landräten und 10 Landrätinnen zusammen. Der Frauenanteil erhöhte sich von 11,7 auf 16,7 Prozent.

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(sda/chb)