Die Kundenfrequenz im ÖV hat seit Montag stark abgenommen. Sie ist eine Folge der gesetzlichen Homeoffice-Pflicht. Dennoch lehnen die sogenannten Systemführer im öffentlichen Verkehr, die SBB und Postauto, einen reduzierten Fahrplan ab. Dies geht aus einer Antwort des Bundesamtes für Verkehr hervor, wie die «Handelszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

«Die SBB und Postauto als Systemführer für den öffentlichen Verkehr haben den Entscheid gefällt, das fahrplanmässige ÖV-Angebot aufrechtzuerhalten.» Die Begründung: «Während im Frühjahr ein Lockdown mit der generellen Aufforderung zum Zuhausebleiben vom Bundesrat erlassen wurde, bleiben diesmal unter anderem die Schulen und Skigebiete offen.»

Auch könne mit der Aufrechterhaltung des geltenden Fahrplans erreicht werden, «dass sich die Menschen gut auf die Verkehrsmittel verteilen können, was epidemiologisch sinnvoll» sei, so das Amt. Dies sei aus der Sicht des Amtes «nachvollziehbar».

Bürgerliche Verkehrspolitiker kritisieren diesen Entscheid. «Wenn die Belegung des ÖV drastisch sinkt, dann muss man auch die Angebote reduzieren, sonst ist das eine betriebswirtschaftlich nicht haltbare Situation», wird Christian Wasserfallen zitiert.

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(val)