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USA fordern Kanada zur Auslieferung von Huawei-Managerin auf

WASHINGTON, DC - JANUARY 28: (L-R) First Photo by Chip Somodevilla/Getty Images)

Vertreter der US-Regierung: Die US-Justiz geht gegen Huawei vor.

Quelle: 2019 Getty Images

Die US-Justiz wirft dem chinesischen Telekomkonzern mehrere schwere Vergehen vor. China reagiert empört auf die Vorwürfe.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Die USA verlangen die Auslieferung von Meng Wanzhou, der in Kanada gefangen gehaltenen Managerin des chinesischen Telekom-Konzerns Huawei. Das gab US-Justizminister Matthew Whitaker am Montag in Washington bekannt. Das Ministerium erhob ferner Anklage gegen Huawei.

Dem Konzern wird vorgeworfen, sich unter anderem Betriebsgeheimnisse von T-Mobile illegal angeeignet zu haben. Dem Unternehmen würden 13 mutmassliche Vergehen zur Last gelegt, teilte die Behörde am Montag mit. Dem weltgrösste Netzwerkbauer werde unter anderem Bankbetrug vorgeworfen. Zudem stehe der Vorwurf der Industriespionage im Raum.

Ross sieht keinen Zusammenhang mit Handelsgesprächen

Westliche Geheimdienste unter Federführung der USA werfen Huawei und dem kleineren Anbieter ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen. Sie haben den Verdacht, deren Ausrüstung oder Handys könnten Spionen dazu dienen, an Staats- oder Firmengeheimnisse zu gelangen. Huawei hatte die Spionagevorwürfe in der Vergangenheit vehement zurückgewiesen.

US-Handelsminister Wilbur Ross wies darauf hin, dass die Verfolgung dieser Straftaten in keinem Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen China und den USA über den Handelskonflikt stehen.

China reagiert empört

Die chinesische Regierung zeigte sich nach der Anklageerhebung empört. Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums sprach am Dienstag von «politischen Motivationen und politischen Manipulationen» hinter den Vorwürfen. Die USA würden bereits seit einiger Zeit gegen bestimmte chinesische Unternehmen vorgehen und diese «diskreditieren», um deren «legitime und legale Aktivitäten abzuwürgen».

Huawei selbst wies die Vorwürfe des US-Justizministeriums zurück und äusserte sich «enttäuscht» über die Anklage. Weder der Konzern, noch seine Tochterunternehmen hätten gegen US-Recht verstossen. Auch sei dem Konzern nichts über ein Fehlverhalten seiner Finanzdirektorin Meng bekannt.

(sda/mbü/mlo)

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